Autohersteller: Daimler kürzt Arbeitszeit von Zehntausenden Mitarbeitern
Eine Daimler-Mitarbeiterin prüft Lack und Karosserien von Neufahrzeugen am Montageband.
Foto: BloombergMünchen. Der Autokonzern Daimler spart weiter gegen den Corona-Schock an. Betriebsbedingte Kündigungen sind in Stuttgart zwar vom Tisch, aber im Gegenzug kürzt der Mercedes-Hersteller die Arbeitszeit von Zehntausenden Mitarbeitern und streicht den rund 130.000 Tarifbeschäftigten in Deutschland die Erfolgsprämie für 2020. Darauf haben sich Vorstand und Betriebsrat nach wochenlangen Verhandlungen in Eckpunkten geeinigt.
Demnach sollen Beschäftigte in der Verwaltung und produktionsnahen Bereichen ab Oktober um zwei Stunden pro Woche weniger arbeiten – ohne Lohnausgleich. Das entspricht in etwa einer Reduktion der Arbeitszeit um 5,7 Prozent. Betroffen sind mehr als 70.000 Mitarbeiter, wie das Handelsblatt aus Konzernkreisen erfuhr. Ein Daimler-Sprecher wollte sich nicht zu der Zahl äußern. Sicher ist: Die Regelung ist auf ein Jahr befristet, soll also bis Oktober 2021 gelten.
Darüber hinaus gewährt Daimler bestimmten Beschäftigungsgruppen in diesem Zeitraum kein tarifliches Zusatzgeld mehr. Anspruchsberechtigte sollen stattdessen acht freie Tage erhalten. Bisher konnten etwa Schichtarbeiter mit kleinen Kindern oder pflegebedürftigen Angehören zwischen mehr Geld oder mehr Freizeit wählen.