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AutoherstellerNissan: Auf die Absatzkrise folgen große Versprechen

Der drittgrößte japanische Autohersteller ist zwar profitabel, aber die Verkäufe stagnieren. Nun verspricht der Konzern, in nur drei Jahren 30 Prozent mehr Autos zu verkaufen.Martin Kölling 27.03.2024 - 12:15 Uhr
Nissan will den Absatz bis 2026 um eine Million Fahrzeuge steigern. Foto: REUTERS

Tokio. Nissan will mit einer Modelloffensive aus der Absatzkrise finden. Der japanische Autobauer plant, seinen Absatz von 3,4 Millionen Fahrzeugen im Jahr 2023 um eine Million zu steigern und eine Umsatzrendite von mehr als sechs Prozent zu erreichen, sagte Konzernchef Makoto Uchida am Montag bei der Vorstellung des neuen Dreijahresplans mit dem Namen „Arc“.

„Durch die Konzentration auf die Qualität der Verkäufe und finanzielle Disziplin haben wir ein hohes Gewinnniveau erreicht“, erklärte der Nissan-Chef, „aber unser Absatzvolumen ist unverändert geblieben.“ Als Gegenmittel will Nissan 30 neue und überarbeitete Modelle mit Verbrennungsmotor, Hybrid- und batterieelektrischem Antrieb auf den Markt bringen. 

Verbrennungsmotoren spielen für den nach Umsatz drittgrößten japanischen Autobauer dabei weiter eine wichtige Rolle: Ihr Anteil am Absatz soll aber bis 2026 von derzeit 78 auf 60 Prozent sinken.

Nissan will Produktion in China „optimieren“

Mit dem neuen Dreijahresplan reagiert Nissan auf wachsenden Druck, vor allem in China. Weil die Verkaufszahlen dort sinken und in anderen Ländern stagnieren, sind die Fabriken des Konzerns nach eigenen Angaben nur zu 68 Prozent ausgelastet. Das drückt auf den Gewinn.

Uchida kündigte daher an, die Produktion in China „optimieren“ zu wollen. Medienberichte, dass Nissan die Produktionskapazitäten im Reich der Mitte um 30 Prozent drosseln wolle, bestätigte er aber nicht.

Gleichzeitig sänken die Preise für Elektroautos vor allem in China deutlich schneller als prognostiziert, erklärte der Nissan-Chef. Schon jetzt lägen sie auf einem Niveau, das die Japaner erst in zwei Jahren erwartet hätten.

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Die Allianz mit Renault und Mitsubishi Motor reicht für die globalen Ambitionen von Nissan dabei nicht mehr aus. Mit Renault und dessen ausgegliederter Elektrosparte Ampere kooperieren die Japaner bei einigen Modellen in Europa, Indien sowie Latein- und Südamerika.

Darüber hinaus arbeitet Nissan mit Mitsubishi an Fahrzeugen für die Märkte in Südostasien und Nordamerika. Die neue Elektroauto-Plattform, die 2027 auf den Markt kommen soll, entwickeln die Japaner allerdings vorerst allein.

Konzernchef Uchida setzt auf regionale Strategien

Uchida setzt nun auf neue Bündnisse bei der Entwicklung von Elektroautos, Software und Mobilitätsdienstleistungen. „Wir müssen maßgeschneiderte regionale Strategien verfolgen“, sagte er. Nissan könne aber nicht alles allein machen. „Deshalb brauchen wir Partnerschaften, um strategische Lücken zu schließen.“

Zwei neue Partner sind bereits gefunden: Kürzlich haben Nissan und Honda angekündigt, eine strategische Partnerschaft zu prüfen. Selbst eine gegenseitige Kapitalbeteiligung schlossen die beiden Unternehmen nicht aus. Mit dem Handelshaus Mitsubishi Corporation will der Autobauer zudem Fahrdienste und die Speicherung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen in Japan entwickeln.

Nissan-Chef Makoto Uchida: „Wir müssen maßgeschneiderte regionale Strategien verfolgen.“ Foto: Kyodo News via AP

Obwohl die Japaner weiterhin auch auf Verbrennungsmotoren setzen, konzentrieren sie ihre Investitionen auf Hybridantriebe und Elektroautos. So steckt das Unternehmen viel Geld in seine Batteriestrategie. Bis 2027 soll eine neue Generation von günstigeren und effizienteren Lithium-Ionen-Batterien auf den Markt kommen.

Für Kleinwagen wollen die Japaner Lithium-Eisenphosphat-Batterien einsetzen, die günstiger sind, aber eine geringere Energiedichte als Lithium-Ionen-Akkus haben. Darüber hinaus bestätigte Uchida Nissans Plan, bis 2028 selbst entwickelte Feststoffbatterien auf den Markt zu bringen. Mit ihrer höheren Energiedichte und schnellen Ladezeiten gelten sie als die nächste Generation der Batterietechnologie.

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Mittelfristig geht das Management daher davon aus, dass der Anteil von Elektroautos an den Verkäufen bis 2030 von derzeit neun auf 40 Prozent steigen wird. Weitere 20 Prozent erwartet Nissan für Hybridantriebe und Plug-in-Hybride, deren Batterien sich auch mit Strom aus Ladesäulen füllen lassen. Das bedeutet aber, dass die klassischen Verbrennungsmotoren auch dann noch 40 Prozent des Absatzes ausmachen werden.

Erstpublikation: 25.03.2024, 14:08 Uhr.

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