Autoindustrie: BYD heizt Preiskampf auf Chinas E-Auto-Markt an
Düsseldorf. Der chinesische Marktführer BYD bietet seine Autos in China bis Ende Juni mit massiven Rabatten an – und verstärkt damit den Preiskampf auf dem Markt. Insgesamt 22 E- und Hybrid-Modelle können Kunden mit bis zu 35 Prozent Preisnachlass bestellen, wie BYD Ende vergangener Woche ankündigte.
Chinas Konjunktur wächst aktuell langsamer als noch vor wenigen Jahren, auch der zuletzt boomende Markt für Elektroautos legt inzwischen deutlich langsamer zu. Der Branchenverband der Autoindustrie zählte zeitgleich zuletzt 3,5 Millionen unverkaufte Neuwagen, den höchsten Wert seit Ende 2023. Entsprechend aggressiv betreiben die Hersteller nun den Preiswettbewerb, um die fertigen Modelle loszuwerden.
Angesichts der Sorge vor einem noch intensiveren Wettbewerb verkauften Investorinnen und Investoren chinesische E-Auto-Aktien. Der Kurs der BYD-Papiere fiel am Montag um bis zu 8,3 Prozent, während Konkurrenten wie Great Wall Motor und Geely um mehr als fünf Prozent an Wert verloren.
BYD hatte im Februar angekündigt, in Zukunft neue Assistenzsysteme als Standard in allen Fahrzeugen anzubieten. Deshalb gibt es einige Rabatte schon länger, vor allem auf ältere Modelle. „Die offizielle Rabatt-Ankündigung sendet ein starkes Signal darüber, wie hart der Markt ist“, schreibt Tim Hsiao, Analyst von Morgan Stanley, in einem Kommentar.
Marktbeobachter erwarten, dass die Konkurrenten von BYD nun nachziehen und ebenfalls weiter die Preise senken. Der Druck dürfte auch die ohnehin dünnen Margen weiter schmälern und den Konsolidierungsdruck auf Chinas Automarkt verstärken.
Analysten von Citi erkennen schon ein großes Kundeninteresse. Die Besucherzahlen bei BYD-Händlern seien über das Wochenende bereits um 30 bis 40 Prozent gestiegen. Sollte sich der Zulauf in Verkaufszahlen ausdrücken, könnte sich der Aufwärtstrend für BYD fortsetzen. Der Konzern aus Shenzhen meldete im April einen Absatzrekord und sieht sich weiter in der Lage, das Jahresziel von 5,5 Millionen Autos zu erreichen.
BYD wächst auch außerhalb von China
Auch in Europa wächst BYD derzeit stark. Im April verkaufte die Marke auf dem Kontinent erstmals mehr Autos als Tesla.
Die deutschen Hersteller stehen in China derweil weiter unter Druck. Vor allem das Geschäft der Premiumhersteller – einst profitabelstes Segment der Deutschen in der Volksrepublik – geht im weltgrößten Neuwagenmarkt immer weiter zurück. Insgesamt lag der Marktanteil deutscher Hersteller bei E-Autos 2024 nur noch bei fünf Prozent. Das liegt einerseits an der Kaufzurückhaltung der chinesischen Kunden, andererseits an der immer stärkeren Konkurrenz durch inländische Hersteller.