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Automesse München bekommt den Zuschlag für die IAA

Die Standortfrage ist entschieden: Die wichtigste deutsche Automesse wird zukünftig in München stattfinden. Berlin und Hamburg gehen leer aus.
03.03.2020 Update: 03.03.2020 - 18:01 Uhr 1 Kommentar
Deutschlands große Automesse kann eine halbe Milliarde Euro Umsatz in die Region bringen. Quelle: dpa
IAA 2017 in Frankfurt

Deutschlands große Automesse kann eine halbe Milliarde Euro Umsatz in die Region bringen.

(Foto: dpa)

München, Düsseldorf Die wichtigste deutsche Automesse IAA wird künftig in München stattfinden. Am späten Dienstagnachmittag einigten sich die Spitzen der deutschen Autoindustrie in einer Telefonkonferenz auf den neuen Veranstaltungsort. Die bayerische Landeshauptstadt galt vor Berlin und Hamburg als Favorit.

Der ausrichtende Branchenverband VDA hatte die drei Städte zuletzt in der engeren Wahl. Frankfurt, das die Messe über 70 Jahre lang ausgerichtet hat, war bereits Anfang Februar aus dem Rennen ausgeschieden. „Es war ein sehr enges Rennen, für das ich den Beteiligten herzlich danke“, teilte VDA-Chefin Hildegard Müller am Dienstag mit.

Für den Standort München spreche die gute Infrastruktur, hieß es bereits zuvor aus Teilnehmerkreisen. In Hamburg wurde die fehlende Fläche der Messe beklagt sowie der Mangel an internationalen Verbindungen des Flughafens. In Berlin fürchteten die Autokonzerne die fehlende Akzeptanz der Bevölkerung.

Als Fürsprecherin für Berlin galt die neue VDA-Präsidentin Müller. Die Hauptstadt könnte dennoch zum Zuge kommen: Da die IAA nur alle zwei Jahre stattfindet, könnte in den Zwischenjahren Berlin die Bühne für ein „politisches Format“ werden – eine Konferenz unter der Leitung des VDA.

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Standort erkennen

    Mit München hat sich die Branche für die sichere Variante entschieden. Während BMW-Chef Oliver Zipse und Daimler-Chef Ola Källenius sich längst auf die bayrische Landeshauptstadt geeignet hatten, galt VW-Chef Herbert Diess lange als Gegner einer IAA in München – nicht zuletzt weil BMW dort ein Heimspiel hätte.

    Doch diese Position wurde am Dienstag dezent abgeräumt. Kurz vor der Sitzung sickerte durch, dass auch für VW eine IAA in München „vorstellbar“ sei.

    Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder gratulierte unmittelbar nach der Entscheidung: „Bayern ist Premiumland für Automobilität. Wir wollen das Auto der Zukunft mit alternativen Antrieben. Ziel ist die Versöhnung von Klimaschutz und Automobil“, schrieb der CSU-Politiker auf Twitter.

    Die Internationale Automobil-Ausstellung ist die wichtigste europäische Leitmesse der Autoindustrie. Der zuletzt im September 2019 abgehaltene Branchentreff in Frankfurt war jedoch eine Veranstaltung des Niedergangs. Zahlreiche Marken erschienen gar nicht mehr, Branchengrößen wie BMW und Audi strichen ihre Flächen radikal zusammen. Mit einem Rückgang von dreißig Prozent erreichten die Besucherzahlen einen Tiefpunkt.

    Aus dem Desaster lernen

    Zulauf erhielten nur die Demonstranten: Aktivisten blockierten stundenlang die Zugänge. Sie warfen der Autoindustrie vor, nicht genug für den Klimaschutz zu unternehmen und zu viele Geländewagen zu verkaufen.

    Dass sich Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) der Kritik anschloss, nahmen die Autobosse der Stadt und deren oberstem Repräsentanten übel. Feldmann wurde zur IAA-Eröffnung nicht eingeladen; Frankfurt kam trotz überarbeiteten Konzepts gar nicht mehr in die Endausscheidung.

    Die Branche will aus dem Desaster gelernt haben. Die neue IAA soll sich bewusst von ihren Vorgängern abheben. Denn das klassische Messekonzept mit starren Ausstellungsflächen gilt als überholt. Statt der „Markentempel“ der Hersteller soll die Messe eine Art Mobilitätsfestival werden, das Stadt und Bevölkerung miteinbezieht.

    Der Münchener Messechef Klaus Dittrich hatte sich zuletzt sehr siegessicher gezeigt, den Zuschlag für die neue IAA zu bekommen. Neben einer verkleinerten Automesse für Fachbesucher auf dem Messegelände in Riem plant München diverse Publikumsevents im Olympiapark. Dort können Besucher etwa selbstfahrende Wasserstoff- und Elektroautos testen und die Vernetzung mit anderen Verkehrsmitteln ausprobieren.

    Neben Kulturevents soll es auch Diskussionsforen mit Kritikern geben. „Wir wollen auf die Bevölkerung zugehen“, betonte Dittrich. Die IAA soll kurz vor dem Oktoberfest 2021 stattfinden.

    Mehr: Airbag für die IAA: München soll die Automesse vor dem Totalschaden schützen, kommentiert Markus Fasse.

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    1 Kommentar zu "Automesse: München bekommt den Zuschlag für die IAA"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Herzlichen Glückwunsch an die Messegesellschaft München für das fortschrittliche Konzept, was sich gegen das offensichtlich halbherzige Getue der Konkurrenten durchgesetzt hat.
      Herr Söder hat es in kurzen Sätzen auf dem Punkt gebracht.
      So geht zukunftsträchtige Politik mit Weitblick.

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