Chemie: Spülmittel auf Zuckerbasis: Evonik wird Großlieferant von Unilever
Auch in Südostasien wächst die Nachfrage nach umweltfreundlichen Reinigungsmitteln.
Foto: Imago/Westend61Düsseldorf. Der Spezialchemiekonzern Evonik baut seine Partnerschaft mit dem Konsumgüterkonzern Unilever aus. Evonik investiert einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag in ein neues Werk für Reinigungswirkstoffe in der Slowakei, wie der Essener Konzern am Freitag bekannt gab. Mit den dort produzierten biobasierten Stoffen will Unilever seine Produkte umweltfreundlicher machen.
Der Konsumgüterkonzern hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 seine Reinigungsprodukte Rohöl-frei zu produzieren. Die verwendeten Tenside, die beispielsweise die Mischung von Öl und Wasser ermöglichen und so die Reinigungswirkung von Wasch- und Spülmitteln erzeugen, sollen dann vollständig aus natürlichen Rohstoffen gewonnen werden. Üblicherweise werden die Stoffe aus Rohöl oder aus tropischen Fetten wie Palmöl hergestellt.
Evonik hat in Jahren der Forschung eine neue Tensid-Technologie entwickelt, die nun marktreif ist. Die sogenannten Rhamnolipide werden aus Zucker gewonnen und sind besonders bioverträglich und biologisch abbaubar.
Die Rhamnolipide sollen künftig großflächig zum Einsatz kommen, weil Verbraucher verstärkt nachhaltige Reinigungsmittel nachfragen – und das nicht nur in den westlichen Märkten. Unilever hat das zuckerbasierte Spülmittel erfolgreich in kleineren Märkten wie Chile und Vietnam getestet.
Erfolgreiche Tests in Vietnam
In den nächsten Jahren startet die globale Vermarktung. Das neue Evonik-Werk in der Slowakei soll in spätestens zwei Jahren mit der Produktion beginnen.
Der dortige Standort wird sich damit weiter zum Biotech-Zentrum der Essener entwickeln. Für Evonik sollen das Investment und die Belieferung von Unilever erst der Anfang sein. Die neuartigen biobasierten Lipide könnten auch in Duschgels, Zahnreinigungs- oder Kosmetikprodukten eingesetzt werden.