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ChemieStimmung in der Chemieindustrie bleibt negativ

Chemieunternehmen in Deutschland sind „preislich unterlegen“. VCI-Chef Markus Steilemann fordert eine Vielzahl an politischen Maßnahmen um die Branche zu erhalten. 06.08.2024 - 10:44 Uhr aktualisiert
Für eine nachhaltige Trendwende sieht VCI-Chef Markus Steilemann gefordert: Diese müsse Deutschland wieder wettbewerbsfähiger machen. Foto: dpa

Berlin. Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Chemieindustrie ist im Juli wieder ins Negative gedreht. Das Barometer für das Geschäftsklima fiel auf minus 10,5 Punkte, nach minus 4,5 Zählern im Juni, wie das Münchner Ifo-Institut am Dienstag zu seiner Unternehmensumfrage mitteilte.

„Die Chemie befindet sich im Sog der allgemeinen konjunkturellen Abkühlung“, sagte Ifo-Branchenexpertin Anna Wolf. „Hoffnungen auf eine Wiederbelebung der Nachfrage haben sich nicht erfüllt.“

Sowohl die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage als auch der Aussichten für die kommenden sechs Monate haben sich im Juli deutlich verschlechtert. Die Nachfrage nach Chemikalien ist demnach weiter zurückgegangen.

Der Auftragsbestand wird noch niedriger eingeschätzt als im Vormonat. „Aus dem Ausland werden ebenfalls keine spürbaren Impulse erwartet“, hieß es. Die Unternehmen haben daher ihre Produktion weiter verringert und planen für die nächsten Monate mit deutlichen Personalkürzungen. Die Kapazitätsauslastung fiel auf 74,8 Prozent. Zum Vergleich: Der langfristige Durchschnitt liegt bei 82 Prozent.

„Immer mehr Chemieunternehmen in Deutschland sind im internationalen Wettbewerb preislich unterlegen. Das liegt nicht nur an den Energiekosten“, sagte Ifo-Expertin Wolf. „Auch aufwendige Bürokratie belastet die ohnehin hohen Arbeitskosten. Damit verliert der Standort Deutschland für die Chemie zunehmend an Attraktivität.“

Deutschland muss wettbewerbsfähiger werden

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Der Branchenverband VCI erwartet für das laufende Jahr einen Anstieg der Produktion von 3,5 Prozent, während der Umsatz um 1,5 Prozent zulegen soll. Für eine nachhaltige Trendwende sieht VCI-Chef Markus Steilemann gefordert: Diese müsse Deutschland wieder wettbewerbsfähiger machen.

Die Energiewende drohe viel zu teuer zu werden, die Infrastruktur sei marode, die Digitalisierung komme nur schleppend voran und die Bürokratie nehme überhand. Es brauche nun eine "Kaskade an vernünftigen Maßnahmen, damit die Branche (..) erhalten bleibt", sagte Steilemann kürzlich.

rtr
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