CSG Group: Größter Börsengang der Rüstungsindustrie steht bevor
Prag. Der tschechische Rüstungskonzern Czechoslovak Group (CSG) bereitet sich auf einen der größten Börsengänge Europas und den weltweit größten eines Verteidigungsunternehmens vor. Das berichten die Nachrichtenagenturen Reuters und Bloomberg übereinstimmend.
Eigentümer Michal Strnad will den Berichten zufolge dabei bis zu 2,55 Milliarden Euro erlösen, während das Unternehmen selbst neue Aktien im Volumen von 750 Millionen Euro ausgibt. Zusammen werde das Grundvolumen des Angebots rund 3,3 Milliarden Euro erreichen.
Das Börsendebüt könnte bereits an diesem Freitag an der Börse Euronext in Amsterdam stattfinden, berichtet Reuters. Die Zeichnungsbücher wurden demnach am Dienstag geöffnet und sollen am Donnerstag wieder geschlossen werden. CSG lehnte eine Stellungnahme zum Zeitplan ab.
Der in Prag ansässige Hersteller von Munition, gepanzerten Fahrzeugen und Artilleriesystemen strebt Bloomberg zufolge bei dem Börsengang eine Bewertung von rund 25 Milliarden Euro an. Die Aktien sollen zu einem festen Preis von 25 Euro je Anteilsschein angeboten werden.
Bereits kurz nach Beginn der Zeichnung habe die Nachfrage ausgereicht, um das Angebotsvolumen vollständig abzudecken, berichtet Bloomberg unter Berufung auf Insider. Ein Handelsstart noch in dieser Woche wäre für einen Börsengang dieser Größenordnung ungewöhnlich schnell, da IPOs in der Regel mehrere Wochen Vorlauf benötigen.
CSG hat sich nach eigenen Angaben bereits Zusagen von Ankerinvestoren über insgesamt rund 900 Millionen Euro gesichert. Zu den Investoren zählen unter anderem der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock sowie der Staatsfonds von Katar.
Die Emissionsbanken erwarten, dass der Börsengang das größte IPO-Volumen eines Rüstungsunternehmens weltweit erreichen könnte. Zugleich wäre es der größte Börsengang in Amsterdam seit dem Debüt des Paketdienstleisters InPost im Jahr 2021 und der erste große IPO in Europa in diesem Jahr.
Profite aus dem Rüstungsgeschäft
Der Konzern profitiert wie kaum ein anderer von der weltweit stark gestiegenen Nachfrage nach Rüstungsgütern infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine. Umsatz und Gewinn von CSG sind seit Beginn des Kriegs deutlich gestiegen. In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 erlöste das Unternehmen 4,49 Milliarden Euro, rund ein Viertel davon entfiel nach früheren Angaben auf Lieferungen an die Ukraine. CSG zählt dort zu den wichtigen Lieferanten von Munition und gepanzerten Fahrzeugen.
Der starke Mittelzufluss ermöglichte es CSG, durch Übernahmen zu wachsen. Zuletzt übernahm der Konzern Ende 2024 die Kinetic Group, den US-Eigentümer von Kleinkaliber-Munitionsmarken wie Remington und Federal. Insgesamt beschäftigt CSG Tausende Mitarbeiter und hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten Rüstungsproduzenten in Mittel- und Osteuropa entwickelt.