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Dialysekonzern Fresenius Medical Care erwartet 2021 Ergebnisrückgang – Aktie bricht zweistellig ein

Der Dialyseanbieter warnt vor einem Rückgang des Konzernergebnisses um bis zu 25 Prozent. Auch der Mutterkonzern Fresenius erwartet ein schwieriges Geschäftsjahr.
02.02.2021 Update: 02.02.2021 - 11:41 Uhr 1 Kommentar
Fresenius Medical Care wächst in der Coronakrise Quelle: Fresenius Medical Care
Fresenius Medical Care

Die erhöhte Sterblichkeit von Blutwäschepatienten im Zusammenhang mit Covid-19 dürfte den Dialyseanbieter Fresenius Medical Care (FMC) im neu angelaufenen Geschäftsjahr belasten.

(Foto: Fresenius Medical Care)

Frankfurt Der Dialysekonzern Fresenius Medical Care (FMC) erwartet in diesem Jahr wegen der Coronakrise einen Gewinneinbruch. Das Management des Dax-Konzerns sagte für 2021 einen Rückgang des Konzernergebnisses um bis zu 25 Prozent voraus. Als Grund gibt FMC die hohe Sterblichkeit von Dialysepatienten in der Pandemie an.

Auch die Konzernmutter Fresenius wird von der Entwicklung bei der Dialysetochter betroffen sein und wagt nur eine vorsichtige Jahresprognose: Nachdem das Unternehmen ursprünglich in diesem Jahr wieder auf Wachstumskurs gehen wollte, wird nun für das um Sondereinflüsse bereinigte Konzernergebnis eine „mindestens in etwa stabile Entwicklung“ angegeben.

Die Anleger reagierten schockiert: Die Aktien von FMC brachen am Dienstagmorgen um mehr als zwölf Prozent ein. Das ist der höchste Kursrutsch seit etwa zweieinhalb Jahren. Im Sog von FMC rutschten die Titel der Mutter Fresenius um 6,5 Prozent ab.

„Die deutliche Erhöhung der Covid-19-bedingten Patientenübersterblichkeit im November und Dezember 2020 wird sich voraussichtlich im Jahr 2021 fortsetzen“, hieß es in der von Fresenius Medical Care am Montagabend nach Börsenschluss veröffentlichten Mitteilung.

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    Der Dialysekonzern rechnet damit, dass die Anzahl der Dialysebehandlungen in diesem Jahr insgesamt niedriger ausfallen und die Auslastung der Kliniken sinken wird, was sich auch auf andere Geschäftsaktivitäten wie etwa die Produktion auswirken kann. FMC betreibt weltweit rund 4000 Dialysezentren und 45 Produktionsstätten.

    Auf der anderen Seite bleiben die Kosten für Schutzmaßnahmen für Patienten und Personal auch weiterhin hoch, gleichzeitig laufen staatliche Unterstützungszahlungen in den USA aus. Fresenius Medical Care will mögliche Effizienz- und Restrukturierungsmaßnahmen prüfen, um die Kostenstruktur anzupassen. Wegen der Unsicherheiten darüber, ob und wann in den USA neue staatliche Hilfen flössen, habe FMC sich offenbar gezwungen gesehen, vom schlimmsten Szenario auszugehen, kommentierten die Analysten von JP Morgan den Ergebnisausblick.

    „Das sind wirklich sehr enttäuschende Nachrichten für die Anteilseigner, deren Geduld in den letzten Jahren schon bis an die Grenze strapaziert wurde“, schreibt Berenberg-Analyst Tom Jones. Er fürchtet, dass die Geduld einiger Anleger nun endgültig am Ende sei.

    Fresenius erwartet erst im zweiten Halbjahr Erleichterungen

    Für das abgelaufene Geschäftsjahr seien die Finanzziele erreicht worden, teilte FMC weiter mit. Das Konzernergebnis für 2020 liege knapp über dem oberen Ende der Zielbandbreite. Allerdings gibt es eine Wertberichtigung über 195 Millionen Euro in Lateinamerika, die von FMC als Sondereffekt behandelt wird, das Ergebnis aber negativ beeinflusst.

    Fresenius Medical Care hatte 2019 einen Umsatz von 17,5 Milliarden Euro erzielt. Das Konzernergebnis betrug 1,37 Milliarden Euro. Für 2020 hatte der Konzern sowohl beim Umsatz als auch beim Konzernergebnis ein Wachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt.

    Auch der Mutterkonzern Fresenius richtet sich in diesem Jahr auf weitere Belastungen durch die Corona-Pandemie ein und erwartet erst in der zweiten Jahreshälfte Erleichterungen. Zum Dax-Konzern gehören neben der Dialysetochter FMC noch die Medikamentensparte Kabi, der Krankenhausbetreiber Helios sowie der Klinikdienstleister Vamed.

    Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat Fresenius den Angaben zufolge seine Ziele erreicht. Der Konzern wollte seinen Umsatz von zuletzt 35,5 Milliarden Euro zwischen drei und sechs Prozent steigern. Der Konzerngewinn, der 2019 rund 1,9 Milliarden Euro erreichte, ist zurückgegangen und hat laut Fresenius das mit minus vier Prozent angegebene untere Ende der prognostizierten Spanne erreicht.

    Der Vorstand um Konzernchef Stephan Sturm kündigte an, zusätzliche konzernweite Initiativen zur weiteren Verbesserung der Profitabilität zu starten. Detaillierte Zahlen wollen FMC und Fresenius am 23. Februar präsentieren.

    Mehr: Stephan Sturm: Was uns die Corona-Pandemie für die Zukunft lehrt.

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    1 Kommentar zu "Dialysekonzern: Fresenius Medical Care erwartet 2021 Ergebnisrückgang – Aktie bricht zweistellig ein"

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    • ... hatte Ihre Redaktion uns nicht gerade eben letzte Woche diese Aktie zur Investition empfohlen?

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