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Elektroautos Tesla-Absatz setzt ein Glanzlicht in trüben Zeiten

Überraschend starke Fahrzeug-Auslieferungen sorgten für einen kräftigen Kursschub bei Tesla. Ein Auftakt nach Maß für die kommende Quartalssaison.
02.04.2020 Update: 03.04.2020 - 07:02 Uhr Kommentieren
Glänzende Quartalszahlen: In den drei Monaten bis Ende März wurden rund 88 400 Autos an die Kundschaft gebracht. Quelle: Reuters
Made in China: Teslas Model 3

Glänzende Quartalszahlen: In den drei Monaten bis Ende März wurden rund 88 400 Autos an die Kundschaft gebracht.

(Foto: Reuters)

San Francisco Die Zahlen waren Balsam für die geschundenen Seelen der Tesla-Aktionäre, die in den vergangenen Monaten eine beispiellose Berg- und Talfahrt hinnehmen mussten. Diese hatte den Aktienwert fast bis an die Marke von 1000 Dollar katapultiert und vergangene Woche wieder zurückgeworfen bis auf gut 360 Dollar. Jetzt ist wieder Optimismus angesagt.

In den ersten drei Monaten des Jahres 2020 lieferte das E-Auto-Unternehmen 88.400 Fahrzeuge aus, deutlich mehr als im Vorjahresquartal mit 77.100 Teslas. Und das in einem Zeitraum, in den die zeitweiligen Schließungen der Werke in Shanghai und im kalifornischen Fremont fielen. Analysten hatten wegen der enormen Unsicherheiten mit Auslieferungen von bis zu 79.000 Autos gerechnet. Nachbörslich zog die Tesla-Aktie von ihrem Schlusskurs bei 454 Dollar dramatisch im Hoch bis auf über 540 Dollar an.

Die Ergebnisse sind umso verwunderlicher, da die chinesischen Behörden das Werk in Schanghai, so wie alle Autowerke im Land, für gut zehn Tage geschlossen hatten. Im Heimatland USA probt Tesla-Chef Elon Musk den Aufstand gegen die Behörden, als er das kalifornische Werk dicht machen sollte. Er ließ einfach weiterarbeiten, bis ihm der Sheriff von Alameda County unmissverständlich klar machte, dass Tesla-Autos, anders als Musk vielleicht glaube, keine lebensnotwenigen Produkte seien und mit harschen Konsequenzen drohte. Musk gab klein bei und die Gigafactory in Fremont wurde am 23. März stillgelegt.

Vor der Coronakrise setzte Tesla die interne Richtline für Abverkäufe in 2020 trotz Coronakrise auf „mindestens“ 500.000 Fahrzeuge, und diese Schätzung wurde am Donnerstag auch nicht revidiert. Das könnte noch zur Präsentation der gesamten Quartalszahlen erfolgen, für die aber noch kein Zeitpunkt festgelegt ist. Bis Ende April dürfte klar sein, ob das kalifornische Werk weiter geschlossen bleiben muss. Analysten wie Dan Ives von Wedbush Securities halten das Ziel von über 500.000 Autos schon für „praktisch unmöglich“. Er hält über 400.000 für realistisch.

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    Im vierten Quartal 2019 hatte Tesla mit 112.000 verkauften Fahrzeugen einen neuen Rekord aufgestellt. Den müsste das Unternehmen allerdings nun jedes Quartal überbieten, um das selbstgesteckte Ziel zu erreichen.

    Musk ist davon abhängig, dass in der Gigafactory in Nevada wieder wie gewohnt produziert werden kann. Die generellen Verordnungen zur Kontaktbeschränkungen in Kalifornien sind gerade erst auf den 3. Mai 2020 verlängert worden. Kalifornien registriert, anders als etwa New York, Louisiana (New Orleans) oder Florida (Miami), bereits einen langsameren Anstieg der Corona-Infektionen. Für Tesla ist vor allem die Entwicklung an der Westküste entscheidend.

    Tesla-Ergebnisse im Vergleich zur Konkurrenz

    Im Vergleich mit der Konkurrenz schneidet Tesla heute schon besser ab. Fiat Chrysler, Ford oder GM hatten zuvor mehr oder weniger starke Rückgänge der Auslieferungen bekanntgegeben. Auch sie mussten alle US-Werke auf staatliche Anordnung schließen.

    In das abgelaufene Quartal fielen auch die ersten Auslieferungen des neuen Model Y. Das Fahrzeug auf der Basis des erfolgreichen Model 3 legte einen guten Start hin. Die Mittelklassefahrzeuge Model 3 und Y kommen zusammen auf 76.200 verkaufte Fahrzuege. Oberklassemodelle wie Model S und X machen mit 12.200 verkauften Fahrzeugen einen immer kleineren Anteil am Tesla-Absatz aus.

    Wichtig wird jetzt, wie das Finanzergebnis beim endgültigen Quartalsausweis aussehen wird. Am 19. März hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass die liquiden Mittel zum Jahresende bei rund sechs Milliarden Dollar gelegen hätten. Daneben hatte Musk rechtzeitig zum Börsenhype im Februar Vorzugsaktien für rund zwei Milliarden ausgegeben. Die Frage wird sein, ob Tesla mit überhöhten Produktions- und Auslieferungskosten einen hohen Preis für die starken Auslieferungen bezahlt hat, oder nicht.

    Elon Musk hatte zuletzt zehn Millionen Dollar seines Privatvermögens in neue Aktien investiert und auch Aufsichtsratsmitglied Larry Ellison, Mitgründer von Oracle, hat noch einmal eine Million Dollar aufgebracht.

    Das gute Absatzergebnis von Tesla scheint vielen in Coronazeiten als Lichtblick. Mitte April beginnt die Saison der Quartalsergebnisse für börsennotierten Unternehmen, und es wird in vielen Branchen mit schlechten Ergebnissen, teilweise mit Dividendenkürzungen oder Massenentlassungen gerechnet.

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