1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Industrie
  4. Lastwagen: Daimler Truck verliert deutlich an Ertragskraft

LastwagenDaimler Truck verliert deutlich an Ertragskraft

Der weltweit größte Hersteller von Lkws schwächelt vor allem in Europa. Doch auch das US-Geschäft bereitet den Schwaben Sorge. Wettbewerber drohen davonzuziehen.Christoph Schlautmann 14.03.2025 - 09:41 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Daimler-Truck-Vorstandschefin Karin Radström: Hohe Renditevorgaben aus dem Aufsichtsrat. Foto: Daimler Truck

Düsseldorf. Der Dax-Konzern Daimler Truck, weltweit größter Hersteller von Lkws, verliert erheblich an Geschäft. 2024 sei der Absatz um zwölf Prozent auf knapp über 460.000 Fahrzeuge eingebrochen, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Der Umsatz ging um drei Prozent zurück. Insbesondere das europäische Geschäft mit der Marke Mercedes-Benz Trucks bereitet den Schwaben Sorge.

Analysten hatten im Durchschnitt sogar noch mit einem etwas schlechteren Ergebnis gerechnet. So lag das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) mit 4,67 Milliarden Euro leicht über den Erwartungen. Auch die in Aussicht gestellte Dividende von 1,90 Euro je Aktie liegt um sechs Cent über den vorherigen Schätzungen.

Die Aktie von Daimler Truck legte am Freitagmorgen rund fünf Prozent zu auf knapp 41 Euro.

Ende Juli 2024 hatte der Konzern seine Umsatzerwartungen bereits um zwei Milliarden Euro gesenkt und vor einem „Konzern-Ebit deutlich unter Vorjahresniveau“ gewarnt, nachdem man zuvor noch ein ähnliches Ergebnis wie 2023 angepeilt hatte.

Der Konzern kommt damit nun auf eine Umsatzrendite von 8,9 Prozent und rutscht im Vergleich zum Vorjahr um einen Prozentpunkt ab. Für das laufende Geschäftsjahr nennt Vorstandschefin Karin Radström bei der prognostizierten Marge einen Korridor von acht bis zehn Prozent. Dies sei abhängig von der makroökonomischen und geopolitischen Entwicklung.

Ertrag bleibt hinter Konkurrenz zurück

Aufsichtsratschef Joe Kaeser hatte im vergangenen September der frisch angetretenen Vorstandschefin Karin Radström aufgetragen, den weltgrößten Lkw-Hersteller auch beim Ertrag an die Spitze zu bringen. „Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die besten Wettbewerber, die wir haben, nicht zehn Prozent Ebit-Marge verdienen, sondern 14 bis 15 Prozent“, sagte er damals.

Der börsennotierte US-Rivale Paccar, der Lkw-Marken wie DAF, Kenworth und Peterbilt produziert, hatte 2024 bei einem Produktionsumsatz von 31,6 Milliarden Dollar eine Rendite von 14,8 Prozent erzielt. Wettbewerber Volvo Trucks kam bei Erlösen von umgerechnet 47,9 Milliarden Euro auf eine Marge von 12,5 Prozent.

Und auch die VW-Tochter Traton mit den Marken MAN und Scania, die mit der Produktion von Lkws und Bussen vergangenes Jahr 46,2 Milliarden Euro umsetzte, lag mit einer Rendite von 10,2 Prozent leicht über Daimler Truck.

5
Prozent
verlor die Daimler-Truck-Aktie am Donnerstag.

Um sich den Renditeforderungen des Aufsichtsrats anzunähern, bestätigte Radström am Freitag ihr Sparprogramm. Die wiederkehrenden Kosten von Mercedes-Benz Trucks in Europa will sie demnach um mehr als eine Milliarde Euro bis spätestens 2030 senken. Auch ein Stellenabbau ist offenbar geplant.

„Es wurden Gespräche mit dem Betriebsrat aufgenommen, um gemeinsam konkrete und nachhaltige Maßnahmen zu definieren“, berichtete sie. „Insgesamt sind wir davon überzeugt, dass wir noch besser werden können“, sagte Radström am Freitag, „und wir sind entschlossen, unser Potenzial noch stärker auszuschöpfen.“

Neue US-Regularien drücken Aktie

Schon am Donnerstag hatte die Aktie von Daimler Trucks einen Rückschlag von mehr als fünf Prozent erlitten. Grund für den Kursverlust waren nach Angaben von Börsenhändlern Bestrebungen der US-Regierung, die bislang strengen Auflagen für Lkw-Abgaswerte zu lockern. Viele Aktionäre hatten erwartet, dass die schärferen Umweltauflagen in den USA für vorgezogene Käufe sorgen könnten.

Diese Hoffnungen erweisen sich nun als trügerisch. Wenn die Schadstoffgrenzen nun lockerer würden, werde es diese Käufe nicht geben, glaubt Jefferies-Analyst Stephen Volkmann.

Verwandte Themen
Daimler Truck
USA
Europa
Traton
Joe Kaeser
Volvo

Die Papiere von Volvo und der VW-Tochter Traton verloren nach den Meldungen aus den USA am Donnerstag ebenfalls an Wert, jedoch deutlich weniger als Daimler Truck. Die Schwaben sind mit einem Anteil von 40 Prozent Marktführer in den USA, unter anderem mit der Marke Freightliner.

Jefferies hatte Daimler Truck im Vorfeld der Zahlenpräsentation zum Kauf empfohlen und ein Kursziel von 50 Euro gesetzt. Die US-Bank JP Morgan beließ nach der Bilanzveröffentlichung die Einstufung für Daimler Truck  bei „Overweight“ mit einem Kursziel von 56 Euro.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt