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Nach der Flucht „Mein Rücktritt bei Renault ist eine Posse“ – Ex-Autoboss Ghosn will Rente in Frankreich

Nach seiner Festnahme wurde Automanager Carlos Ghosn auch als Renault-Chef abgesetzt. Nun will er seine Rentenansprüche gerichtlich einklagen.
13.01.2020 - 15:02 Uhr Kommentieren
Der Automanager ist aus Japan in den Libanon geflohen. Quelle: AP
Carlos Ghosn

Der Automanager ist aus Japan in den Libanon geflohen.

(Foto: AP)

Paris Der frühere Renault-Chef Carlos Ghosn (65) will für seine Rentenansprüche in Frankreich kämpfen. „Mein Rücktritt bei Renault? Das ist eine Posse“, sagte Ghosn der französischen Tageszeitung „Le Figaro“ (vom Montag). „Jeder kennt die Umstände, unter denen ich Renault verlassen musste: Ich war im Gefängnis!“

Ghosn war Ende Dezember unter bisher nicht ganz geklärten Umständen aus Japan in den Libanon geflüchtet. Dort ist er zwar ein freier Mann, darf das Land aber vorerst nicht verlassen. Der einst mächtige Chef des französisch-japanischen Autobündnisses Renault-Nissan-Mitsubishi hatte Mitte vergangener Woche in Beirut lautstark die japanische Justiz gegeißelt und eine „Verschwörung“ gegen ihn beklagt.

Nach Informationen von „Le Figaro“ rief Ghosn Ende Dezember in einem Eilverfahren ein Schiedsgericht für arbeitsrechtliche Streitfälle in Frankreich an. Kreise bestätigten der Deutschen Presse-Agentur, dass bereits Ende Februar eine Anhörung in Boulogne-Billancourt bei Paris geplant sei. In dem Vorort hat Renault seinen Konzernsitz. Der Hersteller selbst nahm zu dem Bericht keine Stellung.

Der frühere Topmanager war am 19. November 2018 in Tokio unter anderem wegen Verstoßes gegen Börsenauflagen festgenommen und angeklagt worden. Im April 2019 wurde er unter strengen Auflagen auf Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen. Nach den Vorwürfen in Japan war er im Januar 2019 als Renault-Konzernchef zurückgetreten. Ghosn bekam nach früheren Angaben von Renault für 2018 ein Festgehalt von einer Million Euro.

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    Mehr: Der Ex-Chef von Renault-Nissan erhebt schwere Vorwürfe gegen Japan. Das könnte eine Debatte über die Reform des Justizsystems in Gang setzen.

    • dpa
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