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Pandemie Pharma-Industrie erholt sich von Covid-Einbrüchen – J&J und Novartis legen kräftig zu

Die Quartalszahlen von Novartis und Johnson & Johnson zeigen, wie sich die Arzneimittelhersteller erholen. Doch vollständig normalisiert hat sich das Geschäft noch nicht.
21.07.2021 - 16:16 Uhr Kommentieren
Vom Covid-19-Impfstoff erwartet das Unternehmen in diesem Jahr zusätzliche Umsätze in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar. Quelle: Reuters
Johnson & Johnson

Vom Covid-19-Impfstoff erwartet das Unternehmen in diesem Jahr zusätzliche Umsätze in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Das Geschäft in der Pharmaindustrie zieht wieder an, weil die Beeinträchtigungen durch die Corona-Pandemie abklingen. Das zeigen die Quartalzahlen des Schweizer Pharmakonzerns Novartis sowie von Johnson & Johnson (J&J) aus den USA.

Beide Unternehmen wuchsen im zweiten Quartal zweistellig und damit schneller als noch zu Jahresbeginn. Auch die Erwartungen der Analysten wurden jeweils übertroffen. Die Aktie von Novartis kletterte nach Bekanntgabe der Zahlen um mehr als zwei Prozent, der Anteilschein von J&J um 0,6 Prozent.

Während der Corona-Pandemie haben viele Patienten auf Arztbesuche verzichtet. In den Krankenhäusern wurden nicht dringend notwendige Behandlungen und Operationen verschoben. Das hat bei vielen Pharmafirmen den Absatz von Medikamenten gegen Krebs, Hautkrankheiten und chronische Erkrankungen gebremst.

Von April bis Juni zeigt der Trend für die Pharmaunternehmen wieder klar nach oben. Der US-Konzern Johnson & Johnson erhöht deshalb seine Jahresprognose: Der Umsatz soll nun auf 93,8 bis 94,6 Milliarden Dollar steigen – in der Spitze wären das 500 Millionen Dollar mehr. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll auf bis zu 9,60 Dollar klettern, statt bisher 9,45 Dollar.

Novartis allerdings traut sich nicht zu, die Prognose anzuheben. Analysten der Bank Vontobel glauben, dass das darauf hindeutet, dass sich die Pandemielage noch nicht völlig normalisiert habe. Die Situation bleibe aufgrund der neuen Varianten relativ unvorhersehbar.

Harry Kirsch bestätigte, dass sich das Geschäft erst wieder zu 80 bis 90 Prozent stabilisiert habe. Der Novartis-Finanzchef sagte, das Unternehmen spüre etwa bei Krebsmedikamenten weiterhin, dass die Arztkonsultationen und Behandlungen noch nicht das Vorkrisenniveau erreicht haben.

Novartis wuchs im zweiten Quartal um 14 Prozent

Tatsächlich lag die Zahl der Screening-Untersuchungen und Behandlungen von Krebspatienten im Februar 2021 in verschiedenen Regionen der Welt um ein Viertel bis die Hälfte unter dem Niveau vor der Pandemie. Das zeigt eine kürzlich veröffentlichte Studie des Marktforschungsinstituts IQVIA.

Insgesamt wuchs Novartis im zweiten Quartal um 14 Prozent auf fast 13 Milliarden Dollar. Der um Sondereffekte bereinigte Nettogewinn erhöhte sich um 20 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar.

Wechselkurseffekte hatten jedoch einen großen Einfluss auf die Zahlen. Währungsbereinigt fielen die Zuwachsraten kleiner aus. Danach stieg der Umsatz im zweiten Quartal um neun Prozent, und der um Sondereffekte bereinigte Nettogewinn kletterte um 14 Prozent.

Wachstumstreiber bei Novartis waren vor allem das Herzmedikament Entresto, das Mittel Cosentyx gegen Schuppenflechte und die Gentherapie Zolgensma. Sie wird zur Behandlung von Muskelschwund bei Babys und Kleinkindern verwendet. Das Geschäft mit Krebsmedikamenten wuchs mit sieben Prozent wieder deutlich schneller als im ersten Quartal (plus ein Prozent).

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Finanzchef Kirsch sieht das Unternehmen damit auf einem guten Weg, die Jahresziele zu erreichen. Novartis will in diesem Jahr den Umsatz wechselkursbereinigt im mittleren einstelligen Prozentbereich steigern. Der um Sonderfaktoren bereinigte operative Gewinn soll 2021 auch um einen mittleren einstelligen Prozentbetrag zulegen.

Um das zu erreichen, muss der Pharmakonzern in der zweiten Jahreshälfte noch Fahrt aufnehmen. Zur Jahresmitte lag das Umsatzwachstum bei drei Prozent, das operative Kernergebnis war im ersten Halbjahr lediglich um zwei Prozent gestiegen.

Johnson & Johnson holt beim Medizintechnikgeschäft auf

Beim US-Pharma- und Konsumgüterkonzern verzeichneten alle drei Geschäftseinheiten in zweiten Quartal zweistellige Zuwächse. Johnson & Johnson ist mit Marken wie Penaten und Neutrogena im Endverbrauchergeschäft aktiv, entwickelt Arzneimittel und hat eine breite Palette an Medizinprodukten im Angebot.

Speziell die Pharmasparte legte von April bis Juni mit einem Plus um 13,6 Prozent auf 12,6 Milliarden Dollar deutlich schneller zu als im ersten Quartal. Da wuchs sie noch um sieben Prozent.

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Wachstumstreiber waren das Krebsmittel Darzalex, Tremfya gegen Schuppenflechte und Stelara, das ebenfalls gegen Schuppenflechte, aber auch gegen die Darmkrankheit Morbus Crohn eingesetzt wird. Vom Covid-19-Impfstoff, den J&J in der Pandemie zum Selbstkostenpreis abgeben will, erwartet das Unternehmen in diesem Jahr zusätzliche Umsätze in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar.

Den größten Wachstumssprung verzeichnete übrigens das Medizintechnikgeschäft bei Johnson & Johnson. Die Sparte legte währungsbereinigt um 57 Prozent auf knapp sieben Milliarden Dollar Umsatz zu. Im Vorjahresquartal waren die Umsätze wegen pandemiebedingt verschobener Behandlungen jedoch eingebrochen, wie bei vielen anderen Medtec-Anbietern auch.

Mehr: Immer aktuell bleiben: Geschäftszahlen im Newsblog

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