Pharmaindustrie: Auch Astra Zeneca erhöht Druck bei Medikamentenpreisen
München. Deutschland kann in Europa eine Führungsrolle bei Pharmainvestitionen übernehmen. Davon zeigte sich David Fredrickson, Onkologiechef des britischen Pharmakonzerns Astra Zeneca, im Gespräch mit dem Handelsblatt überzeugt. Der sechstgrößte Pharmakonzern der Welt will bei besseren Rahmenbedingungen wieder stärker in Deutschland investieren. Dafür müsse die Politik aber entschlossener handeln.
Nur zehn Tage nach einem Preisdeal zwischen Astra Zeneca und der US-Regierung reiste Fredrickson jetzt nach Berlin, um mit dem Kanzleramt und Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) über den Pharmastandort und Medikamentenpreise zu sprechen. „Dass dieser Austausch so kurz nach dem US-Abkommen stattfand, zeigt, wie ernst die Bundesregierung dieses Thema nimmt“, sagte er.
US-Präsident Donald Trump kündigte Ende September den Aufbau einer staatlichen Verkaufsplattform unter dem Namen TrumpRX an. Astra Zeneca hatte anschließend als zweites Unternehmen nach dem US-Konzern Pfizer ein Preisabkommen mit der Regierung geschlossen, um Medikamente über die Vertriebsplattform in den USA günstiger anzubieten. Weitere Deals könnten folgen. Jetzt richtet Fredrickson den Blick auf Europa.