Porträt: Stefan Hartung – ein Menschenfänger wird neuer Bosch-Chef
Der Nachfolger von Volkmar Denner wurde 1966 in Dortmund geboren, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er studierte Maschinenbau, Fachrichtung Fertigungstechnik, an der RWTH Aachen, wo er auch 1993 auf dem Gebiet der Methoden des Qualitätsmanagements promovierte.
Foto: BoschStuttgart, Düsseldorf. Als Bosch Stefan Hartung 2019 die Leitung der Autozulieferersparte anvertraute, war das bereits ein klares Signal, dass er auf der Liste der potenziellen Nachfolger von Konzernchef Volkmar Denner ganz oben steht. Mobility Solutions ist mit über 46 Milliarden Euro Umsatz die wichtigste Sparte des Stiftungskonzerns, und die Station fehlte noch als letzter Karrierebaustein.
Der 55-jährige promovierte Maschinenbauer hat zwar keinen großen Auto-Hintergrund, aber er ist ein Spezialist für Fertigungstechnik. Und als ehemaliger Berater von McKinsey ist er es gewohnt, sich sehr schnell einzuarbeiten und Themen zu durchdringen.
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Hartung hat die Sparte im Gegensatz zu den direkten Konkurrenten Continental und ZF bislang ohne größere Schäden durch die Transformation der Autoindustrie und die Coronakrise manövriert – nun darf er sich noch größeren Aufgaben bei Bosch widmen. 2022 wird er die Nachfolge von Volkmar Denner antreten.
Auf den ersten Blick könnte der Unterschied zwischen Denner und Hartung kaum größer sein. Denner ist Quantenphysiker, wirkt mit seinem wissenschaftlich geprägten Denken eher analytisch, nüchtern, reserviert - Eigenschaften, die nicht untypisch sind für einen einen Bosch-Chef. Der gebürtige Dortmunder Hartung hingegen sprüht vor Kontaktfreude. „Er kann Menschen mitnehmen“, sagt ein Topmanager aus der Industrie. Hartung denkt und redet schnell, bisweilen mit flapsigem bis ironischen Humor. Eigenschaften, die zumindest bei seinen vom Wesen her eher reservierten Vorgängern Hermann Scholl, Franz Fehrenbach und eben Denner deutlich weniger ausgeprägt sind.