Protest gegen Musk: Brandstiftung und Sabotage – Aktivisten attackieren Tesla
Düsseldorf. Für den Elektroautohersteller Tesla wird das politische Engagement des Firmenchefs zunehmend zum Problem. Denn die Wut über dessen Sparmaßnahmen richtet sich auch gegen die Marke selbst. Insgesamt kam es in den USA am Wochenende zu 37 Protestaktionen vor Ausstellungsräumen von Tesla, die in den Sozialen Medien unter den Hashtags #TeslaTakedown und #Teslatakeover markiert wurden. In Oregon und Colorado sollen Demonstranten sogar versucht haben, die Verkaufsräume in Brand zu setzen.
Mit seinem so genannten Department of Government Efficiency (Doge) setzt Musk umfangreiche Sparmaßnahmen in den US-Behörden durch, bei denen zehntausende öffentliche Angestellte ihren Job verlieren. Weltweit fällt der wichtigste Berater von US-Präsident Donald Trump außerdem durch seine öffentliche Unterstützung rechtsradikaler Bewegungen auf.
Auch zahlreiche Prominente machen darum öffentlich Stimmung gegen Tesla. US-Rocksängerin Sheryl Crow postete am Samstag ein Video auf ihrem Instagram-Account, auf dem zu sehen ist, wie ein Tesla auf einem Transporter steht und weggefahren wird. Crow winkt dem Fahrzeug lächelnd hinterher.
Dazu schreibt die mehrfache Grammy-Gewinnerin: „Meine Eltern haben immer gesagt... du bist, mit wem du dich abgibst.“ Es komme der Zeitpunkt, an dem man sich entscheiden müsse. „Auf Wiedersehen Tesla.“ Dazu läuft „Time to Say Goodbye“ von Andrea Bocelli.
Das Geld aus dem Verkauf spendete Crow dem Post zufolge an den öffentlichen und nicht kommerziellen Rundfunk NPR (National Public Radio). Musk hatte sich unter anderem auf X dafür ausgesprochen, die finanzielle Unterstützung des Staates für NPR zu kürzen.
Hakenkreuze und sabotierte Bahnstrecken
Doch der Verkauf eines Teslas ist noch die harmlosere Variante des Protests. Aktivisten hatten am Mittwoch eine Bahnstrecke nahe der deutschen Gigafactory in Grünheide bei Berlin sabotiert. Bis Freitag gab es nach Angaben der Bahn keine Verbindung nach Polen, wo viele Angestellte des Werks zuhause sind.
Eine anonyme Gruppe bekannte sich zu dem Anschlag und sagte, sie habe einen Funkmast in der Nähe eines Kabelschachts in Brand gesetzt. Die macht Tesla für die Räumung eines Protestcamps in der Nähe des Werks im November verantwortlich. Umweltaktivisten hatten monatelang Zelte und Baumhäuser in einem Wald besetzt, um gegen die Erweiterung des Standorts zu protestieren.
Deutsche Aktivisten hatten die Gigafactory bereits Ende Januar mit einer Lichtinstallation bestrahlt, die zeigt, wie Tesla-Chef Elon Musk den Hitlergruß zeigt. Daneben war der Schriftzug „Heil Tesla“ als Anspielung auf den Nazigruß zu sehen. Und auch in der niederländischen Stadt Den Haag wurde ein Showroom von Tesla mit einem Hakenkreuz-Graffiti und antifaschistischen Parolen beschmiert.
Bei den Verkaufszahlen scheint sich das politische Engagement von Musk ebenfalls bemerkbar zu machen. Zuletzt waren die Zulassungszahlen von Tesla in zahlreichen Märkten massiv eingebrochen. Alleine in Deutschland gingen die Neuzulassungen von Tesla in einem insgesamt wachsenden Markt um fast 60 Prozent zurück. Auch in Kalifornien, dem wichtigsten Absatzmarkt für Elektroautos in den USA, in dem die Mehrheit demokratisch gewählt hat, sind die Absatzzahlen von Tesla zurückgegangen. Die Aktie hatte zuletzt deutlich nachgegeben.