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Rezeptfreie Medikamente Expansionskurs: Stada übernimmt 15 Markenprodukte von GSK

Der Arzneimittelhersteller erwirbt Mittel wie Cetebe und Coldrex von Glaxo-Smithkline. Dafür zahlt Stada wohl um die 300 Millionen Euro an die Briten.
24.02.2020 Update: 24.02.2020 - 15:01 Uhr Kommentieren
Das für Marken wie das Grippemittel Grippostad und die Sonnenmilch Ladival bekannte Unternehmen gehört seit 2017 den Finanzinvestoren Bain und Cinven. Quelle: dpa
Stada

Das für Marken wie das Grippemittel Grippostad und die Sonnenmilch Ladival bekannte Unternehmen gehört seit 2017 den Finanzinvestoren Bain und Cinven.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Bad Vilbeler Stada AG, Deutschlands viertgrößtes Pharmaunternehmen, verfolgt unter ihren neuen Eignern weiter einen ambitionierten Expansionskurs. Vor allem im Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten und Gesundheitsprodukten schickt sich Stada an, in die Riege der führenden Akteure Europas aufzurücken.

So erwarb der Konzern jetzt von dem britischen Pharmariesen Glaxo-Smithkline (GSK) 15 weitere sogenannte Consumer-Health-Marken, die in Frankreich, Deutschland, Italien, Polen, Russland, Spanien und der Schweiz vertrieben werden. Das Sortiment umfasst unter anderem das Erkältungsmedikament Coldrex, das Venenmittel Venoruton und das Vitaminpräparat Cetebe. Der Kaufpreis bewegt sich nach Informationen von Brancheninsidern um die 300 Millionen Euro.

Bereits im vergangenen Jahr erwarb Stada fünf Hautpflegemarken von GSK sowie das Consumer-Health-Geschäft von Takeda in Russland und einigen anderen osteuropäischen Ländern für rund 600 Millionen Euro. Hinzu kommen Übernahmen wie die der tschechischen Firma Walmark, der Erwerb des Pharmageschäfts der ukrainischen Firma Biopharma und der Kauf einer Palette von Vitaminprodukten auf den Philippinen. Zugleich hat Stada sein Engagement im Bereich der Biosimilars – Kopien von Biotechmedikamenten – jüngst über eine Allianz mit der isländischen Firma Alvotech verstärkt.

Stada wurde vor drei Jahren für etwa 4,5 Milliarden Euro mehrheitlich von den Finanzinvestoren Bain und Cinven übernommen. Sie halten inzwischen 93 bis 94 Prozent der Anteile und haben das Unternehmen Ende 2018 von der Börse genommen.

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    Mit der Akquisitionsserie demonstrieren die beiden neuen Eigner nun die klare Bereitschaft, das Geschäft insbesondere im Bereich der rezeptfreien Medikamente deutlich auszubauen und Stada in diesem Bereich als einen der aktiven Konsolidierer zu positionieren.

    „Die neuen Marken und ihre geografische Aufteilung passen ideal zu den Kernländern, in denen Stada tätig ist, und zu unseren bisherigen Aktivitäten“, kommentierte Stada-Chef Peter Goldschmidt die jüngste Transaktion. „Die Übernahme ermöglicht uns weiteres Wachstum über unser zunehmend erfolgreiches Generika-Geschäft hinaus. Wir sehen hervorragende Chancen zur Revitalisierung und Stärkung dieser Consumer-Health-Produkte unter unserer Führung“, so Goldschmidt.

    Insgesamt hat Stada nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr bereits rund eine Milliarde Euro für Akquisitionen ausgegeben. Inklusive des jüngsten Deals und einiger weiterer kleinerer Zukäufe dürfte sich das Akquisitionsvolumen damit auf mehr als 1,3 Milliarden Euro summieren.

    Zukauf-Optionen für Stada

    Im ersten Halbjahr steigerte Stada den Konzernumsatz um elf Prozent auf knapp 1,3 Milliarden Euro. Im Gesamtjahr dürfte der Konzern damit etwa 2,6 Milliarden Euro Umsatz erzielt haben, wobei die jüngeren Zukäufe bisher in den Umsatzzahlen noch nicht enthalten sind. Sie werden erst 2020 vollzogen.

    Inklusive der Akquisitionen dürfte der Bad Vilbeler Konzern auf eine Größenordnung von drei Milliarden Euro Umsatz zusteuern. Knapp die Hälfte davon wird künftig auf das Consumer-Health-Geschäft entfallen. Seine Geschäftszahlen für 2019 will der Konzern am 12. März präsentieren.

    Mit seiner Expansionsstrategie bewegt sich Stada in einem Markt, der von einem gewissen strukturellen Umbruch und einer starken Konsolidierung geprägt ist. Etliche große Pharmahersteller kämpften zuletzt mit Wachstumsschwächen in dem Geschäft aufgrund der Konkurrenz durch neue Akteure und Marken, die über Onlinekanäle wie Amazon in dem Markt Fuß fassten. Insbesondere das US-Geschäft war davon stark betroffen.

    Mehrere Pharmahersteller haben sich inzwischen von ihren Consumer-Sparten getrennt. Novartis etwa gab das Geschäft an die britische GSK ab, die dieses vergrößerte Consumer-Segment inzwischen wiederum mit der entsprechenden Sparte des US-Konzerns Pfizer gebündelt hat. Dieses Joint Venture wollen beide Partner als eigenständiges Unternehmen an die Börse bringen.

    Boehringer Ingelheim verkaufte seine Sparte Selbstmedikation vor gut zwei Jahren an den französischen Pharmakonzern Sanofi, um im Gegenzug dessen Tiermedizin-Aktivitäten zu übernehmen. Die Darmstädter Merck-Gruppe gab ihre Consumer-Sparte für 3,4 Milliarden Euro an Procter & Gamble ab.

    Die starke Tendenz der Pharmafirmen, sich vor allem auf das innovative Arzneimittelgeschäft zu konzentrieren, eröffnet Akteuren wie Stada Optionen, in dem Bereich zuzukaufen und neue Marktpositionen aufzubauen.

    Mehr: Stada kauft für mehr als eine halbe Milliarde Dollar zu und baut das Geschäft in Russland aus.

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