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Rohstoffhandel Gisbert Rühl tritt ab – Was Nachfolger Guido Kerkhoff jetzt mit dem Stahlhändler Klöckner vorhat

Nach über zehn Jahren übergibt Klöckner-Chef Gisbert Rühl den Posten an seinen Nachfolger. Der startet ambitioniert: Bis 2025 will er das Ergebnis verdoppeln.
12.05.2021 - 11:14 Uhr Kommentieren
Der Manager übernimmt beim Stahlhändler Klöckner die Führung. Quelle: Bloomberg
Guido Kerkhoff

Der Manager übernimmt beim Stahlhändler Klöckner die Führung.

(Foto: Bloomberg)

Duisburg Gisbert Rühl hat sein jüngeres Berufsleben einem Ziel gewidmet: Er wollte aus dem Duisburger Stahlhändler Klöckner & Co. das digitalste Unternehmen seiner Branche machen. Das ist ihm mittlerweile gelungen: Rund 45 Prozent seiner Umsätze erzielt Klöckner mittlerweile über die digitalen Kanäle.

Auf der Hauptversammlung am Mittwoch gibt der Manager den Staffelstab an seinen Nachfolger Guido Kerkhoff ab. Der frühere Thyssen-Krupp-Chef will die bisherige Strategie „Klöckner 2022“ zwar nicht revolutionieren, aber immerhin weiterentwickeln – und setzt mit einem neuen Plan für die kommenden vier Jahre erste Akzente.

„Wir haben in den vergangenen Jahren als digitaler Vorreiter in der Stahlindustrie klare Stärken und Kompetenzen aufgebaut, die wir jetzt gezielt für die erfolgreiche Entwicklung von Klöckner & Co. einsetzen werden“, erklärte Kerkhoff in einer Mitteilung. Das Ziel sei eine Steigerung von Umsatz und Profitabilität, hieß es.

Im Kern fußt die Strategie auf zwei Initiativen. Einerseits will Kerkhoff die Digitalisierung und Automatisierung weiter vorantreiben und sich dabei stärker auch auf die internen Prozesse fokussieren. Dafür sollen wesentliche Digitalkompetenzen des Mutterkonzerns bei der Digitaltochter „Klöckner.i“ gebündelt und enger an das operative Geschäft angebunden werden.

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    Darüber hinaus will Kerkhoff auch die „operative Exzellenz“ erhöhen, also die Kosten- und Prozesstransparenz steigern. Das Ziel soll beispielsweise durch eine weitere Verschlankung der Verwaltung erreicht werden. Im Ergebnis solle Klöckner „wieder wachsen“, heißt es in der Mitteilung.

    Guido Kerkhoff plant personelle Veränderungen

    Die Strategie ist mit ambitionierten Kennzahlen hinterlegt: Bis 2025, so das Ziel, soll das Vor-Pandemie-Niveau des „normalisierten operativen Ergebnisses“, also ohne Sondereffekte wie Wechselkursschwankungen oder Preisvolatilitäten, verdoppelt werden. Dabei dürfte es sich um einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag handeln, der verdoppelt werden soll.

    „Ich bin überzeugt, dass Guido Kerkhoff neue Impulse setzen und das Erreichte erfolgreich weiterentwickeln wird.“ Quelle: Reuters
    Gisbert Rühl

    „Ich bin überzeugt, dass Guido Kerkhoff neue Impulse setzen und das Erreichte erfolgreich weiterentwickeln wird.“

    (Foto: Reuters)

    Die Amtsübernahme verbindet Kerkhoff dabei auch mit personellen Entscheidungen. So wird der bisherige CEO der französischen Landesgesellschaft, Bernhard Weiß, zum Chef des EU-Geschäfts befördert und übernimmt im Konzernvorstand damit jene Aufgaben, die zuvor Kerkhoff als Stellvertreter selbst ausführte.

    Zur Übergabe zog Aufsichtsratschef Dieter Vogel ein positives Fazit. „Heute verabschiedet sich Klöckner & Co. von einer Führungspersönlichkeit, die das Unternehmen über anderthalb Jahrzehnte lang geprägt hat“, so Vogel. „Rühl hat mit seiner Innovationskraft ein starkes Fundament für die Zukunft hinterlassen.“

    Rühl selbst gab seinem Nachfolger Glückwünsche mit auf den Weg. „Guido Kerkhoff und ich haben die letzten Wochen und Monate genutzt, um einen reibungslosen Wechsel an der Spitze des Unternehmens vorzubereiten“, so der Manager. „Ich bin überzeugt, dass Guido Kerkhoff neue Impulse setzen und das Erreichte erfolgreich weiterentwickeln wird.“

    Mehr: Die Stahlhersteller sind kraftvoll ins Jahr gestartet. Doch der Druck zur Konsolidierung bleibt hoch.

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