Rüstungsindustrie: Wie die Ukraine die benötigte Artilleriemunition bekommt
Berlin, Düsseldorf. Wenn das Wort Munition fällt, dann kommt Armin Papperger in Fahrt. Bevor er Vorstandschef des Rüstungskonzerns Rheinmetall wurde, hatte er den entsprechenden Bereich verantwortet. „Tag für Tag liefern wir an die Ukraine, und wir fahren unsere Kapazitäten hoch“, sagte Papperger kürzlich bei einem Besuch von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) am Standort Unterlüß.
Bei dem Satz schwingt Stolz mit, aber er kann nicht überdecken: Trotz massiver Ausbaupläne wird der Konzern die Lücken nicht füllen können, die sich durch die massiven Gefechte in der Ukraine aufgetan haben.
Der akute Munitionsmangel zwingt die ukrainischen Streitkräfte in die Defensive. Am Wochenende mussten sie die monatelang umkämpfte Stadt Awdijiwka aufgeben, weil es vor allem an Artilleriemunition mangelt. Je nach Schätzungen liegt der Bedarf bei zwei bis 2,4 Millionen Artilleriegranaten pro Jahr. Selbst kann die Ukraine sich nicht versorgen, dazu braucht sie die Unterstützung aus dem Westen – und sie braucht sie sofort.