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Ruhrkonzern Thyssen-Krupp-Anlagenbauchef Oliver Tietze verlässt den Konzern

Der Ruhrkonzern muss gleich zwei Führungsposten neu besetzen: Der Manager ist in Personalunion CEO des Anlagenbaus und Finanzchef der Sparte Multi Tracks.
22.07.2021 - 18:12 Uhr Kommentieren
Der Manager ist Finanzchef der Sparte „Multi Tracks“ und verantwortet die Wasserstoff-Strategie bei Thyssen-Krupp. Quelle: Thyssen-Krupp
Oliver Tietze

Der Manager ist Finanzchef der Sparte „Multi Tracks“ und verantwortet die Wasserstoff-Strategie bei Thyssen-Krupp.

(Foto: Thyssen-Krupp)

Düsseldorf Seit mehr als 15 Jahren steht er in den Diensten von Thyssen-Krupp – nun verlässt Oliver Tietze, Vorstandsvorsitzender des Anlagenbaus und Finanzchef der Sparte Multi Tracks, den Konzern. Wie aus einem Mitarbeiterbrief, der dem Handelsblatt vorliegt, hervorgeht, wird der 49-Jährige beide Posten auf eigenen Wunsch zum 30. September verlassen.

Zur Begründung heißt es, Tietze wolle sich neuen Aufgaben widmen. Er wechselt dem Vernehmen nach als geschäftsführender Gesellschafter zu einem Unternehmen, „das sich auf die Neuausrichtung und Digitalisierung von Supply-Chain-Prozessen spezialisiert hat und seine Expansion in weitere Branchen und Länder vorantreibt“.

Mit Tietze verlässt den Konzern eine wichtige Führungskraft, die beim Umbau des Industriekonglomerats zu einer schlanken Unternehmensgruppe eine zentrale Rolle gespielt hat. So werden in der Sparte Multi Tracks jene Tochterfirmen gebündelt, für die der Ruhrkonzern verschiedene Weiterführungsoptionen prüft, also eine Sanierung, einen Verkauf oder schlimmstenfalls eine Schließung. Das betrifft dabei vor allem den Anlagenbau, dessen einzelne Geschäfte vor sehr unterschiedlichen Herausforderungen stehen.

Hoffnungsträger Wasserstoff

Für den Bergbau-Bereich etwa führt Thyssen-Krupp derzeit Verkaufsgespräche mit dem dänischen Konkurrenten FLSmidth. Für den Zementanlagenbau hingegen bekam der Konzern zuletzt keine überzeugenden Angebote. Das Filetstück, den Bau von Elektrolyseuren, die beispielsweise zur Erzeugung von Wasserstoff benötigt werden, hatte Tietze zuletzt als großen Hoffnungsträger aus dem restlichen Anlagenbau herausgelöst.

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    In der Mitteilung heißt es dazu, zuletzt sei Tietze maßgeblich an der Ausarbeitung der Wasserstoff-Strategie des Ruhrkonzerns beteiligt gewesen.

    Es ist ein Geschäft, auf dem im Unternehmen große Hoffnungen lasten. „Derzeitige Schätzungen gehen davon aus, dass das weltweite Marktvolumen für Wasserstoff-Elektrolyse in den kommenden zehn Jahren auf bis zu 40 Milliarden Euro anwachsen wird“, sagte Tietze erst vor wenigen Monaten im Gespräch mit dem Handelsblatt. Er kündigte an, die Produktionskapazitäten und den Personalbestand deutlich ausbauen zu wollen. Diese Aufgabe wird nun jemand anderes übernehmen.

    Grafik

    Mit dem Abgang endet für Tietze eine langjährige Karriere bei Thyssen-Krupp. 2005 war er nach einer Tätigkeit als Berater bei McKinsey ins Unternehmen eingetreten und bekleidete seither verschiedene Führungspositionen in nahezu allen Bereichen: angefangen bei der Stahlsparte über das mittlerweile verkaufte Aufzugsgeschäft bis zum Anlagenbau, den Tietze seit Oktober 2019 als Vorstandschef führte. In der Mitteilung dankt Thyssen-Krupp Tietze für „seine langjährige wertvolle Arbeit“. Auf Anfrage wollte der Konzern die Personalie nicht kommentieren.

    Interne Nachbesetzungen

    Die beiden Nachfolger werden in dem Mitarbeiterbrief benannt – und blicken ähnlich wie Tietze auf eine lange Historie bei Thyssen-Krupp zurück. So soll Michael Höllermann, bislang Personalchef des Anlagenbaus, künftig zusätzlich auch die Rolle des CEOs übernehmen. Er gehört dem Unternehmen seit 1990 an und hatte verschiedene Führungspositionen inne. So verantwortete er etwa ab 2012 den Aufbau einer Niederlassung in Südamerika und stand der Industriekomponenten-Sparte Forged Technologies als Vorstandschef vor, bevor er 2016 das Personalressort im Vorstand von Thyssen-Krupp Industrial Solutions übernahm.

    Den Posten des Finanzchefs sowohl der Sparte Multi Tracks als auch des Anlagenbaus wird hingegen Andreas Ruks übernehmen, bislang CFO der Problemsparte Federn und Stabilisatoren innerhalb des Autozuliefergeschäfts. Von den Genannten blickt er zwar auf die kürzeste, aber nichtsdestoweniger ebenfalls auf eine lange Historie bei Thyssen-Krupp zurück – und ist wohl den meisten Mitarbeitern bekannt.

    2012 startete Ruks bei der internen Unternehmensberatung des Ruhrkonzerns, bevor er 2016 zum Strategiechef ernannt wurde. Dort arbeitete er unter anderem die vor einiger Zeit geplante Aufspaltung von Thyssen-Krupp in einen Werkstoff- und einen Technologiekonzern aus. Als die Teilung wieder abgesagt wurde, wechselte Ruks in die Autozuliefersparte.

    Mehr: Thyssen-Krupp lagert Zukunftsgeschäft mit Wasserstoff-Elektrolyseuren aus.

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