Verteidigung: Bundeswehr mit Zugriff auf größte Aufklärungssatellitenflotte
Düsseldorf. Seit wenigen Tagen hat die Bundeswehr Zugriff auf die Aufklärungssatelliten von Iceye. Das finnische Start-up kann in Zusammenarbeit mit dem deutschen Rüstungskonzern Rheinmetall in der Nacht oder bei Bewölkung sehr detaillierte Bilder von der Nato-Ostflanke erstellen.
Möglich macht das ein Radar mit besonders hoher Auflösung, wie Iceye-Chef Rafal Modrzewski im Interview mit dem Handelsblatt sagt. Die Bundeswehr sei mit den Aufklärungssatelliten zu einer Weltraummacht aufgestiegen: „Es gibt keine größere Aufklärungssatellitenflotte in der Welt.“ Auf Nachfrage bestätigte die Bundeswehr die Aussage.
Erst vor wenigen Monaten verkündete Verteidigungsminister Boris Pistorius, 35 Milliarden Euro für Weltraumprojekte auszugeben. Schon jetzt ist das erste Vorhaben mit dem Projektnamen „Spock“ in Teilen umgesetzt.
Möglich wurde das durch Iceye. Das finnische Start-up brachte in den vergangenen Jahren auf eigene Initiative die größte SAR-Satellitenflotte der Welt ins All. Dahinter steht die Technologie „Synthetic Aperture Radar“ (SAR). Dieses spezielle Radar kann mithilfe von Mikrowellen hochauflösende Bilder erstellen.
Auf die Flotte kann die Bundeswehr seit Anfang Januar zugreifen, wie auch andere Länder wie Polen oder Schweden – die aber Zugriff auf weniger Bilder haben. Iceye und Rheinmetall liefern der Bundeswehr eine hohe Anzahl von hochauflösenden Bildern von der Nato-Ostflanke, mit Fokus auf die Panzerbrigade 45 in Litauen.