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WertberichtigungK+S erwartet Milliarden-Abschreibung – Jahresverlust droht

Der niedrigere Kalipreis und die Abwertung des US-Dollars setzen dem Düngemittelhersteller zu. Nun könnte eine milliardenschwere Wertberichtigung deutliche Auswirkungen auf die Bilanz haben.Bert Fröndhoff 14.07.2025 - 15:52 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Der Düngemittel- und Salzproduzent K+S muss seine Bilanz berichtigen. Foto: dpa

Düsseldorf. Der Düngemittel- und Salzhersteller K+S dürfte in diesem Jahr wegen überraschender Milliardenabschreibungen tief in die roten Zahlen rutschen. In der Konzernbilanz zum 30. Juni erwartet das Kasseler Unternehmen einen Wertberichtigungsbedarf von rund zwei Milliarden Euro, wie K+S am Montag mitteilte.

Gründe sind vor allem die jüngste Abwertung des US-Dollars, aber auch gesunkene langfristige Kalipreisannahmen sowie ein höherer Kapitalkostensatz. Die Abschreibungen werden das bereinigte Konzernergebnis und die Kapitalrendite entsprechend belasten, haben aber keinen Einfluss auf die Liquidität. Die Ausschüttungsfähigkeit sieht das Unternehmen dadurch nicht beeinträchtigt. Zuletzt hatte K+S eine Dividende von 15 Cent je Aktie gezahlt.

K+S-Aktien, die am Montagmittag rund zwei Prozent im Plus notierten, lagen nach der Mitteilung gut 1,2 Prozent im Minus. An der Börse wird das Unternehmen derzeit mit etwa 2,8 Milliarden Euro bewertet.

Euro hat erheblich an Wert gewonnen

Der Wertberichtigungsbedarf ist im Wesentlichen auf die jüngste Entwicklung des Dollars zurückzuführen. Noch zu Jahresbeginn hatten europäische Unternehmen mit einer zunehmenden Stärke der US-Währung gerechnet, weil unter Präsident Donald Trump mit einem Wirtschaftsboom in den USA gerechnet wurde.

Doch das Gegenteil ist eingetreten. Seit Anfang März hat der Euro gegenüber dem Dollar erheblich an Wert gewonnen – also seit Verkündung der aggressiven Zollpolitik der US-Regierung. Im Februar zahlte man für einen Euro 1,05 Dollar, viele rechneten mit einer baldigen Parität der Währungen. Jetzt kostet der Euro 1,17 Dollar.

K+S rechnet mit einer längerfristigen Schwäche des Dollars und hat seine Wechselkursannahme um 0,10 Dollar pro Euro erhöht. Das zwang den Konzern dazu, den Wert bestimmter Vermögensgegenstände anzupassen. Ein Großteil des Geschäfts mit der Landwirtschaft wird in Dollar berechnet.

Von den US-Zöllen sieht sich K+S weiterhin nicht direkt betroffen. „Unsere Landwirtschaftsprodukte Kaliumchlorid und Kaliumsulfat sind explizit von den Zöllen ausgenommen. Und das liegt daran, dass die USA nur eine sehr unbedeutende eigene Kaliproduktion haben und auf Importe angewiesen sind“, hatte Finanzchef Christian Meyer zur Bilanz des ersten Quartals gesagt.

90 Prozent ihres Bedarfs an Kalidünger muss die US-Landwirtschaft importieren. „Wir schätzen daher das Risiko einer Änderung der Ausnahmeregelung für unsere Düngemittelprodukte als gering ein“, heißt es bei K+S.

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Der Halbjahresbericht soll am 12. August veröffentlicht werden. Zur bisherigen Prognose für dieses Jahr äußerte sich K+S nicht. Das Unternehmen hatte erst im Mai seine Jahresziele wegen steigender Düngemittelpreise erhöht und einen operativen Gewinn (Ebitda) von 560 bis 640 (Vorjahr: 558) Millionen Euro in Aussicht gestellt. Zuvor waren 500 bis 620 Millionen erwartet worden.

Mit Material der Nachrichtenagentur Reuters.

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