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Zulieferer Die Coronakrise wirbelt Contis Zeitplan für den Konzernumbau durcheinander

Der Aufsichtsrat von Continental wird morgen doch nicht über die Abspaltung von Vitesco abstimmen. Der Zeitplan für Contis Konzernumbau wackelt.
16.03.2020 - 16:18 Uhr Kommentieren
Der Aufsichtsrat von Continental wird am Dienstag nicht über die Abspaltung der Antriebssparte abstimmen. Quelle: Reuters
Vitesco-Abspaltung

Der Aufsichtsrat von Continental wird am Dienstag nicht über die Abspaltung der Antriebssparte abstimmen.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Eigentlich wollte der Aufsichtsrat von Continental am Dienstag über die Abspaltung seiner Antriebssparte Vitesco Technologies abstimmen. Ein Votum für den Spin-off galt als sicher, zumal auch der Konzernbetriebsrat in einem internen Schreiben am Dienstag grünes Licht für die Abspaltung gegeben hat. Doch das Coronavirus wirbelt Contis Zeitplan durcheinander.

Aus Konzern- und Betriebsratskreisen heißt es, dass auf der morgigen Sitzung nicht über die Abspaltung abgestimmt werde. Bereits die Mitteilung am Freitag über die Verschiebung der Hauptversammlung auf unbestimmte Zeit lieferte erste Hinweise, dass Conti den Zeitplan nicht mehr einhalten kann.

„Mit Verschiebung ändert sich der Zeitpunkt für die Beschlussfassung von Aufsichtsrat und Hauptversammlung über die geplante Abspaltung des Antriebsgeschäfts Vitesco Technologies mit anschließender Börsennotierung“, heißt es in der Mitteilung vom Freitag.

Der Beschluss für eine Abspaltung stehe aber trotz der unabsehbaren Folgen des Virus fest. „Die Entscheidung zum Spin-off von Vitesco Technologies wird durch die Verschiebung nicht in Frage gestellt“, teilte Konzernchef Elmar Degenhart im Schreiben mit.

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    Auch der Kapitalmarkttag von Vitesco, der ursprünglich am 23. März in London stattfinden sollte, wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Damit dürfte auch der anvisierte Abspaltungstermin kaum zu halten sein.

    Am 1. September sollte Vitesco planmäßig komplett abgespalten werden. Noch wird der Termin von Konzernseite nicht in Frage gestellt. Allerdings erscheint im derzeitigen Marktumfeld eine wirtschaftlich sinnvolle Börsennotierung von Vitesco so gut wie unmöglich.

    Conti-Aktien auf tiefstem Stand seit acht Jahren

    Die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus lassen die Aktienmärkte abstürzen. Der Dax verlor allein am Montag knapp zehn Prozent und rutschte unter die 9000-Punkte-Marke. Die Continental-Aktien haben auf Monatssicht über 40 Prozent an Wert verloren und notieren derzeit auf dem tiefsten Stand seit über acht Jahren.

    Laut Metzler-Analyst Jürgen Pieper wäre der Zeitpunkt für eine Abspaltung derzeit sehr ungünstig. Der Analyst rechnet daher mit einer Verschiebung. Für die Betriebsräte wäre das eine fatale Entwicklung. Konzernbetriebsrat Hasan Allak befürchtet, dass Mitarbeiter weiter verunsichert werden könnten.

    „Der Vorstand hat deutlich gemacht, dass die Entscheidung zum Spin-Off von Vitesco Technologies durch die Verschiebung der Hauptversammlung nicht in Frage gestellt wird. Zugleich hat die Verschiebung aber Konsequenzen auf den Zeitplan“, teilt Allak dem Handelsblatt mit. „Das wiederum verunsichert viele Kolleginnen und Kollegen zusätzlich. Der Konzernbetriebsrat strebt daher an, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unabhängig vom Zeitrahmen so bald wie möglich verlässliche Regelungen für den Spin-off an die Hand geben zu können.“

    Der Betriebsrat glaubt, dass durch eine klare Vereinbarung bezüglich des Spin-offs Continental ein starkes Signal der Handlungsstärke in der Krise aussenden könnte.

    An der Abspaltung von Vitesco hängt der gesamte kostspielige Konzernumbau von Continental. Der Konzern formiert sich derzeit in eine Holding um und fährt gleichzeitig ein Sparprogramm. Conti verspricht sich von dieser Strategie die Bruttokosten ab 2023 um rund 500 Millionen Euro jährlich senken zu können.

    Künftig will sich der Zulieferer auf Fahrerassistenzsysteme und Softwareprodukte konzentrieren, die zwar große Wachstumschancen versprechen, aber auch große Investitionssummen verschlingen. Um Kapital freizumachen, soll die ebenfalls investitionshungrige Antriebssparte verselbstständigt werden.

    Ursprünglich war ein Teilbörsengang vorgesehen, im Spätsommer 2019 hatte sich Conti dann wegen des schlechten Börsenumfeldes für einen Spin-off entschieden. Seit dieser Entscheidung verschieben sich die Pläne für Vitesco fortwährend. Dadurch gerät auch das Vorhaben für den Gesamtkonzern ins Stocken.

    Mehr: Continental verschiebt Hauptversammlung und wird von Moody's abgestraft.

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