Interview: Nikolaus von Bomhard: „Deutschland ist wettbewerbsfähiger, als es die Öffentlichkeit wahrnimmt“
Der Aufsichtsratschef von Munich Re und der Deutschen Post hat viel zu sagen.
Foto: Thomas Einberger für HandelsblattMünchen. Eine bessere Abstimmung innerhalb Europas, das Militär als Auftraggeber für Forschungsprojekte mit einbeziehen und Bürokratie abbauen – Nikolaus von Bomhard hat klare Vorstellungen davon, wie der europäische Kontinent in Sachen Innovation einen großen Schritt nach vorn machen könnte. „Wir sollten uns in Europa häufiger und besser abstimmen, zum Beispiel bei der Entwicklung von Hochleistungsprodukten wie Quantencomputern oder im Bereich der Künstlichen Intelligenz, wo es ja auch auf die Datenmenge ankommt“, sagt der 64-Jährige, der gleichzeitig Aufsichtsratschef der Munich Re und der Deutschen Post ist, im Gespräch mit dem Handelsblatt.
Es ist sein erstes großes Interview seit rund vier Jahren – und der Manager, der 13 Jahre lang den Rückversicherer Munich Re führte, hat viel zu sagen. Seiner Ansicht nach müssten in der Europäischen Union Schwerpunkte und Cluster geschaffen werden, um zu wissen, wer gerade was tut – und um Erfolge in der Forschung zur Anwendung zu bringen und zu skalieren, um gegenüber China und den USA zu bestehen. „Es sollte kein Tabu sein, das Militär stärker als Auftraggeber für Forschungsprojekte einzubinden“, findet von Bomhard. „Zum Beispiel für alles, was sich mit Künstlicher Intelligenz oder Digitalisierung befasst.“