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MedienbrancheBertelsmann erhöht Anteil an RTL-Gruppe – TV-Tochter soll eigenständig bleiben

Der Medienriese hält bereits drei Viertel der RTL-Anteile und stockt nun weiter auf. Konzernchef Thomas Rabe fordert zugleich die Lockerung des Fusionsrechts. 16.02.2020 - 13:19 Uhr

Trotz der zusätzlichen Aktienkäufe soll die Sendergruppe eigenständig bleiben.

Foto: dpa

Gütersloh. Der Medienkonzern Bertelsmann erhöht seine Aktienanteile an der RTL Group. „Wir haben vor einigen Monaten entschieden, die Anteile aufzustocken, seither kaufen wir Aktien, nicht mit großen Stückzahlen, sondern im kleinen Stil“, sagte der Vorstandsvorsitzende Thomas Rabe in einem Interview der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Rabe, der seit April 2019 auch die Führung der in Luxemburg ansässigen RTL Group innehat, betonte zugleich: „Wir haben keine Pläne, die RTL Group komplett zu übernehmen und von der Börse zu nehmen. Die RTL Group ist und bleibt ein eigenständiges Unternehmen.“ Seiner Ansicht nach sind die RTL-Aktien derzeit unterbewertet.

Derzeit hält Bertelsmann als Mehrheitsgesellschafter gut 75 Prozent der Aktien der RTL Group, die mehr als 60 TV-Sender im Portfolio hat. In Deutschland sind das unter anderem RTL, RTLzwei, SuperRTL, ntv und Vox.

„RTL hat eine starke Position, und die werden wir weiter ausbauen“, kündigte Rabe an. Dazu will er im März den Investoren die passende Strategie präsentieren. „Die Eckpunkte sind: RTL wird sich im hochprofitablen linearen TV-Geschäft weiter verstärken, gleichzeitig vermehrt in Streaming investieren sowie in Technologie, um Werbung personalisieren zu können.“

„RTL hat eine starke Position, und die werden wir weiter ausbauen.“

Foto: dpa

Im Streaming will Bertelsmann mit lokalen Angeboten in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden zum nationalen Champion werden – im Unterschied zu globalen Angeboten wie Netflix oder Amazon Prime. „Die Kunden sind bereit, mehrere Streaming-Abos zu kaufen, davon ein Abo mit nationalen, lokalen Inhalten.“ Gleichlautend hatte RTL-Chef Bernd Reichart bereits Ende Januar im Handelsblatt-Interview geäußert.

Der Bertelsmann-Chef äußerte sich auch zur Konkurrenz großer US-Firmen wie Facebook und forderte eine Deregulierung des hiesigen TV-Geschäfts. „Es ist außerordentlich wichtig, dass sinnvolle Kooperationen, auch größere Zusammenschlüsse zugelassen werden, um nationale Champions, etwa im Fernsehbereich zu schaffen; wie gegebenenfalls mit RTL und ProSiebenSat.1.“

Die Regeln stammten noch aus dem analogen Zeitalter, als es noch kein Youtube, kein Facebook, kein Netflix gab, sagte Rabe und fügte hinzu: „Andernfalls haben nationale Unternehmen in einigen Jahren je nach Marktentwicklung schlichtweg keine Chance gegen die Giganten aus dem Silicon Valley.“

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Auch im Verlagsgeschäft, in dem Bertelsmann Ende vergangenen Jahres die restlichen Anteile am Buchverlag Penguin Random House übernommen hat, will Rabe weiter expandieren. „Wir haben alleine im vergangenen Jahr sieben Verlage in aller Welt gekauft. Wir wollen mit Büchern weiter wachsen, organisch wie durch Zukäufe“, kündigte der Manager an.

Seiner Einschätzung nach ist das Buch lebendiger denn je. „Die Leute lesen weltweit insgesamt wieder mehr. Die Bereitschaft, für Bücher in allen Formaten Geld auszugeben, wächst.“

dpa, rtr
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