Pressefreiheit: Wer bleibt noch übrig? US-Medien knicken vor Trump ein
Washington, San Francisco. In der vergangenen Woche gab Jimmy Kimmel das erste Interview, nachdem seine Sendung von ABC vorübergehend aus dem Programm genommen worden war. Dabei war es ihm offenbar ein Bedürfnis, die Möglichkeiten auszunutzen, die ihm die Meinungsfreiheit bietet: „Ich hoffe, dass wir nie wieder so einen Präsidenten haben werden“, sagte der Late-Night-Moderator über Donald Trump. Und nannte Trump einen „son of a bitch“.
Das Netzwerk der ABC-Sender hatte Kimmels Sendung auf Druck von Trumps Medienaufsicht aus dem Programm genommen. Es ging um einen einzelnen, missverständlichen Satz zum Attentat auf den rechten Aktivisten Charlie Kirk.
Kimmel war nur das jüngste Opfer von Trumps Bestreben, Kritiker der Regierung mundtot zu machen. Der US-Präsident klagt gegen Zeitungen, er fordert den Rauswurf von Moderatoren und installiert Vertraute an der Spitze sozialer Netzwerke.
Die US-Demokratie stützte sich lange auf eine vielfältige Medienlandschaft, mit Zeitungen und TV-Sendern, die auf hintergründig recherchierenden Journalismus setzten. Doch mehr und mehr Medien gehören mittlerweile zu großen Konzernen, in denen Journalismus nur eines von vielen Geschäftsmodellen ist – und selten das wichtigste. Unter Trump sind viele dieser Unternehmen auf den guten Willen der Regierung angewiesen. Und so gibt es nur noch wenige, deren Besitzer nicht dem Druck Donald Trumps oder seines Umfelds nachgegeben haben.