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Der Fall MiddelhoffSmall T

Zwei Bücher ringen um die Deutungshoheit über das Leben des verurteilten Ex-Karstadt-Chefs Thomas Middelhoff. Beide erhellen den tiefsten Sturz, den je ein deutscher Top-Manager erlebte.Hans-Jürgen Jakobs 15.09.2017 - 06:16 Uhr Artikel anhören
Foto: Handelsblatt

München. An diesem Freitag kommt es im deutschen Buchhandel zu einer Konfrontation besonderer Art. Zu beobachten ist: ein Kampf um die Wahrheit – oder was man dafür halten kann. Gleich zwei neue Bücher behandeln eine langjährige Leitfigur der deutschen Wirtschaft. Aufgetaucht als eine Supernova der neuen Zeit in den 1990er-Jahren; und nun 64-jähriger Freigänger mit der wenig glamourösen Adresse „Justizvollzugsanstalt Bielefeld“.

Das eine Buch ist Thomas Middelhoffs vor wenigen Tagen ausgelieferte Autobiografie, das Papier gewordene Selbstbild eines Mannes, der über den Dingen stets ein wenig zu schweben schien und der nun im Gefängnis publizistisch seine Reise zum eigenen Ich bewältigt. Das andere ist eine am kommenden Samstag erscheinende Biografie ohne „Auto-“ davor. Die von außen erzählte Geschichte des Mannes, den sie „Big T“, später auch „T-Rex“ nannten. Der preisgekrönte Handelsblatt-Redakteur Massimo Bognanni schreibt vom einstigen „Posterboy der deutschen Wirtschaft“.

Fremdbild steht gegen Selbstbild. Hier „A115 – der Sturz“, dort „Middelhoff: Abstieg eines Star-Managers“. Beiden gemein ist die Bewegungsrichtung nach unten und die Erkenntnis, dass es im Wirtschaftsleben des Thomas Middelhoff nie langweilig zuging. Aber das war es auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Selten ist das Ringen um Deutungshoheit, um die richtige Sichtweise auf ein Phänomen direkter, plastischer ausgetragen worden als in diesem Duell zweier Bücher.

Knast-Biografie Anklage: In seinem Buch, begonnen in Zelle A115 des Essener Gefängnisses, schildert Middelhoff eindringlich die Ohnmacht des Häftlings gegenüber dem überkommenen Justizsystem. Verteidigung: Größere eigene juristische Schuld räumt der Manager nicht ein. Foto: Handelsblatt

Aufstieg und Fall des Thomas Middelhoff, das ist ja nicht nur einfach eine Karrierestory, es ist auch ein Gesellschaftsroman. Es geht nicht nur um einen Menschen, es geht auch um seine Epoche. Um Managerwelten und Medienkonstrukte. Dieser Thomas Middelhoff war nicht einfach nur ein alerter Aufsteiger, der es im Scheinwerferlicht mit nur 45 Jahren an die Spitze des Medienkonzerns Bertelsmann geschafft hatte und der später den Handelsgemischtwarenladen Karstadt-Quelle retten wollte, den er mit Hang zu spätkapitalistischer Poesie „Arcandor“ taufen ließ. Middelhoffs Name war Codewort für vieles. Für die Welle der Globalisierung, die Deutschland erreichte, für den Start des kommerziellen Internets, für die Existenz einer „New Economy“, für die neue Macht von Finanzakteuren, für die Amerikanisierung unserer Wirtschaft durch die Shareholder-Value-Philosophie. „Big T“ war Produkt und Gestalter dieser Zeit.

In einer Ära, als Daimler Chrysler kaufte, als Goldman Sachs an die Börse ging und die Deutsche Bank wie Goldman Sachs sein wollte, da war Middelhoff der eloquente, lächelnde, überaktive, daueroptimistische Repräsentant des Wandels. Gescheitert ist er am Ende an sich selbst, aber auch an Deutschland. Sein Tempo, seine Sucht nach Effekt, seine Show der bunten Lichter, ja auch der gelegentliche Wahnwitz seiner Entwürfe von neuen Firmenwelten – das alles überforderte Land und Leute. Es war auch zu viel für die Bertelsmann-Eigentümerfamilie Mohn in Gütersloh. 2002 musste er dort mit einer Abfindung in zweistelliger Millionenhöhe seinen Abschied nehmen. Anlass war, dass die Eigentümerfamilie Middelhoffs Pläne für einen Börsengang nicht mittragen mochte.

Manager-Biografie Zeuge: Als Handelsblatt-Reporter war Massimo Bognanni fasziniert vom Middelhoff-Prozess. Ermittler: Für seine kritische Biografie sprach Bognanni mit zahlreichen Weggefährten Middelhoffs. Foto: Handelsblatt

Doch dahinter hatte sich mit dem Platzen der Internetblase auch die Mentalität in Deutschland zurückgedreht. Das angelsächsische „Wheeling and Dealing“ war als bevorzugte Methode der Wertschöpfung aus der Mode gefallen. Man sang in der bundesrepublikanischen Wirtschaft wieder das Loblied auf organisches Wachstum, solide Eigenkapitalquoten und langfristige Investitionshorizonte. Nicht mehr der Börsenstar am Neuen Markt war nun das Leitbild, sondern der Familienunternehmer in mindestens dritter Generation.

Middelhoff entschwand kurzzeitig in die Londoner Private-Equity-Branche, wo ihn dieser deutsche Stimmungswechsel nicht hätte kümmern müssen. Sein extravaganter Lebensstil wäre hier wohl kaum aufgefallen. Doch London konnte Middelhoff, dem namenlosen Fondsmanager unter lauter namenlosen Fondsmanagern, nicht bieten, was der bekennende Ex-Narzisst begehrte: öffentliche Aufmerksamkeit. 2004 erlag Middelhoff der Versuchung, als Sanierer von Karstadt-Quelle ein Comeback zu starten.

Doch sein Gebaren passte nicht mehr in die gewandelte Deutschland AG und erst recht nicht zu einem Handelsunternehmen in Finanznöten. Middelhoff als Kostendrücker, der die Einkaufskonditionen von Feinstrumpfhosen nachverhandelt? Im Rückblick eine absurde Vorstellung.

Mergers & Acquisitions (M&A), das war und blieb Middelhoffs Lieblingsspiel. Im unternehmerischen Alltagsgrau der Stammgeschäfte scheiterte er häufig. Doch noch im Gefängnis freute er sich nach einem Skatspiel, das er gegen einen Vollzugsbeamten gewann, er werde nun „hofiert wie in meinen besseren Tagen nach einer gelungenen M&A-Transaktion“.

Leider war der Middelhoff’sche Sturm und Drang nicht immer mit den Anforderungen an eine gesunde Bilanz zu vereinbaren und auch nicht mit dem Untreue-Paragrafen des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Und so endete diese Karriere quasi zwangsläufig so extrem, wie sie begonnen hatte: mit einer dreijährigen Haftstrafe wegen privater Flüge und einer ebenso privaten Festschrift, beides abgerechnet auf Arcandor-Kosten. Mit Verwunderung nimmt Middelhoff zur Kenntnis, dass er am Ende für den überschaubaren Schaden von 485.000 Euro verurteilt wurde.

Middelhoff 2011 bei einem Fototermin in seinem Privathaus.

Foto: Stefan Thomas Kroeger/laif
Chronik – Das bewegte Leben des Thomas Middelhoff
Thomas Middelhoff kommt in Düsseldorf zur Welt. Er ist der dritte Spross von Mutter Christine und Vater Heinrich und wird in eine wohlhabende Kaufmannsfamilie geboren. Kurz nach der Geburt ziehen die Middelhoffs ins benachbarte Ratingen, wo auch ihre Textilfirma beheimatet ist. Das Gymnasium verlässt Middelhoff nach der zehnten Klasse. Über den zweiten Bildungsweg schafft er es an der Uni Münster zum Diplomkaufmann und schließt 1986 seine Promotion ab.
Nach beruflichen Anfängen im elterlichen Betrieb bewirbt sich Middelhoff beim Medienkonzern Bertelsmann. Die erhoffte Assistentenstelle bei Bertelsmann-Chef Mark Wössner bekommt er nicht. Middelhoff startet 1986 eine Etage tiefer, als Assistent eines Geschäftsführers der Bertelsmann-Druckerei Mohndruck.
Gegen viele Widerstände, vor allem bei Verantwortlichen von Mohndruck, befördert Bertelsmann-Chef Mark Wössner Middelhoff zum Vorstand. Sein Aufgabengebiet: Strategie und zentrale Unternehmensentwicklung.
Mit Steve Case schließt Middelhoff den Deal seines Lebens ab. Früh erkennt der Strategievorstand die Bedeutung des Internets und verhandelt mit Steve Case von AOL und Microsoft-Chef Bill Gates. AOL macht das Rennen. Middelhoff rückt in das AOL-Board auf. Die beiden Manager werden zu Geschäftsfreunden. Bei ihrem 50-50-Joint-Venture AOL Europe sollen die Amerikaner die Internetplattform bieten, Bertelsmann soll die Inhalte liefern.
Middelhoff beerbt als Bertelsmann-Chef seinen Mentor Mark Wössner, der an die Spitze des Aufsichtsrats rückt. Middelhoff hatte sich neben dem AOL-Deal auch durch die Übernahme von Anteilen an RTL sowie den Kauf des US-Verlags Random House einen Namen gemacht.
Kurz vor dem Platzen der Dotcom-Blase verkauft Bertelsmann seine Anteile an AOL Europe und streicht einen Milliardengewinn ein. Als die Konkurrenten AOL und Time Warner sich zum weltgrößten Medienkonzern zusammenschließen, ist Middelhoff als neuer Chef im Gespräch. Doch „Big T“ bleibt in Gütersloh, dem erkrankten Bertelsmann-Patriarchen Reinhard Mohn zuliebe.
Zwei Jahre später muss Middelhoff dennoch gehen. Er hatte vergeblich versucht, Reinhard Mohn zu einem Börsengang zu bewegen. Die Eigentümerfamilie fürchtete die damit verbundene Entmachtung. Doch es mehrten sich auch insgesamt die Zweifel an Middelhoffs übernahmegetriebener Wachstumsstrategie.
Nach einer einjährigen Pause wechselt Middelhoff Ende 2003 als Partner zu Investcorp, einer Londoner Pri‧vate-Equity-Gesellschaft. Dort ist er fürs Europageschäft verantwortlich. Seine Familie wohnt weiterhin in Westfalen. Ebenfalls 2003 wird Middelhoff in den Verwaltungsrat der „New York Times“ gewählt.
Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz bittet Middelhoff, in den Aufsichtsrat von Karstadt-Quelle einzutreten. Der Manager sagt zu – und wird im folgenden Jahr gar Vorstandsvorsitzender. Mit der Übernahme der restlichen Anteile von Thomas Cook erweitert Middelhoff den Konzern um eine starke Touristiksparte. In der Finanzkrise gerät das in Arcandor umbenannte Unternehmen in Geldnot. Middelhoff muss 2009 gehen.
Middelhoffs Nachfolger Karl-Gerhard Eick meldet wenige Monate nach dem Ausscheiden seines Vorgängers die Insolvenz an. Nach der Pleite gehen Ermittler dem Verdacht nach, Middelhoff habe sich der Untreue schuldig gemacht. Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg klagt deswegen gegen Middelhoff und andere Ex-Manager auf Schadensersatz.
Am 14. November 2014 verurteilt das Landgericht Essen Middelhoff zu einer Haftstrafe von drei Jahren. Middelhoff habe den Arcandor-Konzern mit privaten Ausgaben belastet – etwa für teilweise private Flüge mit dem Charterflugzeug. Zudem habe er eine Festschrift für seinen einstigen Ziehvater Mark Wössner rechtswidrig von Arcandor zahlen lassen. Wegen Fluchtgefahr wird Middelhoff noch im Gerichtssaal festgenommen. Der Bundesgerichtshof bestätigt das Urteil.
Am 31. März 2015 um 14:02 Uhr beantragt Middelhoff aus dem Gefängnis heraus die Privatinsolvenz. Der Mann, der einst bei Bertelsmann 40 Millionen Euro Bonus für einen gelungenen Deal erhielt, kann Steuerschulden in Höhe von fünf Millionen Euro nicht mehr zahlen. Mindestens 50 Gläubiger haben mit Middelhoff noch eine Rechnung offen.
Seine Reststrafe darf der in der Haft schwer erkrankte Middelhoff als Freigänger absitzen. Tagsüber hilft er in einer Behindertenwerkstatt aus, nachts schläft er im Gefängnis. Zu seinen Aufgaben, so der Leiter der Einrichtung, zählten das Aufräumen und Tischdecken. Ebenso wie „Dinge von A nach B“ zu tragen. Monatsgehalt: 1.785 Euro brutto. Das Geld fließt an Middelhoffs Insolvenzverwalter.

In seinen wildesten Zeiten, berichten Zeitgenossen, musste Thomas Middelhoff nach dem Aufwachen schon mal kurz überlegen, wo er sich gerade befindet. Schanghai? New York? London? Nun verkündet er in einer Schlüsselpassage seines Buchs: „Jahrzehntelang bin ich um den Globus gejagt – auch mir selbst hinterher. Ich suchte wie ein Abhängiger die Anerkennung der Medien, den Zuspruch des Mentors, das Lob des Eigentümers. Das Bild von mir, das ich bei anderen oder in der Öffentlichkeit zeichnen wollte, hatte nichts mehr mit dem Menschen zu tun, der ich eigentlich bin.“ Selten ist die Entfremdung eines leidenden Angestellten klarer zum Ausdruck gebracht worden als in diesen Bekenntnissen aus Zelle A115 im Essener Gefängnistrakt. Er sei ein „Narzisst“ gewesen, befindet der Inhaftierte.

Der geläuterte Middelhoff beschreibt sich als Gefangenen „in einem selbst produzierten Teufelskreis, zwischen der Notwendigkeit, Bertelsmann und später Arcandor neu auszurichten auf der einen, und einem wachsenden Gefühl des Getriebenseins auf der anderen Seite“.

Middelhoff, ein Hamster im Rad, der erst durch die Haft ein höheres Stadium der Weisheit erlangt? Mag sein, doch womöglich erleben wir hier auch nur das nächste von Middelhoff geschaffene Konstrukt seiner selbst.

Middelhoff im Landgericht, Essen, das er als Häftling verließ.

Foto: dpa

Um Middelhoffs Leben würden sich viele Legenden ranken, „viele wurden von ihm selbst in die Welt gesetzt“, befindet sein Biograf Bognanni, der einen „glänzenden Netzwerker und Menschenfänger“ sieht, der hinter seiner Maske ebenso „Unsicherheiten wie aggressiven Machthunger verbarg“. Akribisch beschreibt Bognanni, wie Middelhoff in seiner Zeit als Bertelsmann-Chef als „Kontinentenpendler“ in zwei Welten lebte: im beschaulichen Ostwestfalen als Kirchgänger und Familienvater, in der Millionenmetropole New York als „Glamour Man“, der sich Berichten zufolge schon mal an den Flügel der King Cole Bar des Luxushotels St. Regis setzte.

Geld machte man in jenen Tagen an der Börse, wo aus Ideen Milliarden wurden, und so brachte Middelhoff den Internetbuchhandel Barnesandnoble.com an die Nasdaq und dann die Multimediaagentur Pixelpark sowie Lycos Europe an den deutschen „Neuen Markt“. Middelhoffs Königscoup aber war der Verkauf von Aktien des US-Internetriesen AOL und Anteilen an AOL Europe, mit deren Erwerb seine Vorstandskarriere in Gütersloh begonnen hatte. Allein dieser Deal brachte Bertelsmann sieben Milliarden Dollar ein. Hinzu kamen die erfolgreichen Komplettübernahmen von RTL und Random House. Doch seine Pläne, am Ende Bertelsmann selbst zu knapp 50 Prozent an die Börse zu bringen, verstanden die Mohns als Kampfansage.

Bei Arcandor dann jagte Middelhoff wie gehabt dem Deal der Deals hinterher. Was einmal Karstadt-Quelle war, sollte langfristig zu Thomas Cook werden: Bei dem britischen Reiseveranstalter hatte Middelhoff die Mehrheit übernommen und die Neuerwerbung flugs mit dem Rivalen MyTravel verschmolzen. Umbau musste auf Umbau folgen. Die Schulden stiegen, das Stammgeschäft darbte.

In solch einer Zelle verbrachte Middelhoff seine Haft.

Foto: Handelsblatt

In seiner besten Zeit wurde Thomas Middelhoff in zwei Währungen bezahlt: in Geld und in Aufmerksamkeit. In den bitteren Jahren nach dem Arcandor-Ende fühlte er sich hingegen alleine gelassen von seinesgleichen: „Kein Freund, kein Kollege, kein Meinungsführer hat der Hexenjagd Einhalt geboten. Gelegenheiten hätte es genug gegeben.“

Der Privatbank Sal. Oppenheim, heute eine Tochter der Deutschen Bank, und dem Unternehmensberater Roland Berger attestiert er ein „hohes Maß an Skrupellosigkeit“ beim Versuch, Forderungen gegen ihn, Middelhoff, einzutreiben. „Die königlichen Kaufleute zeigen ihr wahres Gesicht“ ist das Kapitel überschrieben, in dem der Autor beschreibt, wie Berger versucht habe, Middelhoffs Frau und Kinder in Anspruch zu nehmen. Berger, der 6,7 Millionen für ein gemeinsames missratenes Geschäft vorgestreckt hatte, will das nicht kommentieren.

Zwar ist Middelhoff dankbar für die Freunde und Kollegen, die insgesamt 895.000 Euro Kaution zahlten. Ihn enttäuscht allerdings, dass einige der Unterstützer partout nicht genannt werden wollten. Am meisten aber ärgert ihn ein Mann, der als Mentor für Middelhoffs Karriere bei Bertelsmann verantwortlich war: Mark Wössner, 78, einst in Gütersloh Chef des Vorstands und dann des Aufsichtsrats. Middelhoff nennt ihn in seinem Buch partout nicht mit Namen, doch er beschreibt, wie ein Manager, mit dem er einst eng verbunden war, eine Unterstützung bei der Kaution zunächst rundweg abgelehnt habe, dann aber bei Middelhoffs Frau ein paar Tage später zurückrief und nun doch Hilfe zusagte – nicht um seinem einstigen Protegé zu helfen, sondern ausschließlich ihr und den Kindern zuliebe. Middelhoff: „Hätte ich vor meiner Entlassung davon erfahren, dass diese Hilfe eher eine perfide Form von Rache war, getrieben durch gekränkte Eitelkeit, ich wäre lieber im Gefängnis geblieben.“

Nach Ansicht von Biograf Bognanni zog Wössner mit der Kaution einen Schlussstrich: „Er ist durch mit Middelhoff. Unversöhnlich.“

Verhängnisvolle Festschrift

Der Hintergrund, den Bognanni erstmals in seinem Buch schildert: Wössner erfuhr offenbar zur Zeit des Middelhoff-Prozesses aus hochrangigen Quellen, wie ihn damals bei Bertelsmann der CEO Middelhoff aus dem Posten des Chefaufsehers hinausintrigiert habe. Ein freches Zitat Wössners im „Spiegel“ über Middelhoff („Wenn man viel redet, macht man auch Fehler“) führte zur Machtprobe bei Patron Mohn, der sich damals noch für Middelhoff und gegen Wössner entschied.

Der Aufseher musste gehen, der Manager durfte bleiben. Dabei hatte Wössner zunächst Middelhoffs Karriereweg planiert, obwohl der Neue im Vergleich zu all den High Potentials gar nicht so blendend dastand: Gymnasium geschmissen, zweiter Bildungsweg, die Dissertation von Münster nach Saarbrücken verlegt.

Aber dieser Kandidat hat etwas, spürt Wössner, etwas Hochpräsentes, Extrovertiertes. Er sei so eloquent aufgetreten, als sei „das Vorstandsbüro sein naturgemäßes Biotop“ (Bognanni). Und so bringt Wössner Middelhoff 1986 als Assistent bei der Bertelsmann-Tochter Mohndruck unter. Nur vier Jahre später wird Middelhoff dort Chef. Doch schon damals liegt ihm das schnöde Operative offenbar nicht so recht. Als er sich 1993 von Mohndruck verabschiedet, hinterlässt er vor allem schlechte Zahlen. Der im Haus beliebte Bertelsmann-Gesamtbetriebsratschef Jochen Werner schimpfte: „Der Mann, der das alles verursacht hat, füllt noch nicht einmal die Lücke, die er hinterlässt.“

Middelhoff war zum Vorstand befördert worden. Als vier Jahre später der nächste Karriereschritt anstand, war Werner der Einzige im Bertelsmann-Aufsichtsrat, der sich weigerte, Middelhoff seine Stimme zur Wahl als CEO zu geben.

Die Ironie der Geschichte ist es, dass ausgerechnet eine in graues Leinen gebundene Festschrift zum 70. Geburtstag von Mark Wössner Middelhoff vor Gericht zum Verhängnis wurde. Der Arcandor-CEO und andere frühere „Wössner-Boys“ hatten Beiträge zur Globalisierung geschrieben. 180.000 Euro zahlte am Ende die bereits mächtig klamme Arcandor dafür. Der Drucker der Festschrift musste wochenlang auf sein Geld warten und erhielt es erst, als er die Rechnungsadresse von Middelhoff auf Arcandor AG geändert hatte und als Betreffzeile nicht mehr „Honorarabrechnung Festschrift Wössner“ auftauchte, sondern „redaktionelle und organisatorische Arbeiten in der Zeit von Januar bis Oktober 2008“.

Seine Karriere hat Thomas Middelhoff in einem Medienunternehmen gemacht, zu dem der „Stern“, die „Sächsische Zeitung“ und eine Minderheitsbeteiligung am „Spiegel“ gehören. Er kennt also die Mechanismen von Auflage und Aufmerksamkeit. Er wusste selbst nur zu gut, wie man eigene Themen medial setzt. Als es gut lief, war er ein Meister des Agendasettings. Nun aber, „sieben Jahre am Pranger“, wie er es sieht, rechnet er sich zu einer Gruppe, „die gejagt werden kann wie Freiwild, bis auch der untalentierteste Praktikant eines unbedeutenden Provinzblatts mit einer herablassenden Schlagzeile zumindest sich selbst bewiesen hat, dass er ein ganz Großer der schreibenden Zunft ist, ein unentdeckter Ernest Hemingway, nicht in Key West, aber immerhin in seinem Kaff“.

Er fühlt sich verfolgt von Fragern und Fragenkatalogen. Zum Beispiel zum Thema, ob er als Karstadt-Quelle-Chef nicht in einem Interessenkonflikt stand, weil er über Fonds Mitbesitzer und Vermieter von Karstadt-Warenhäusern war und eng mit dem Erfinder dieser Finanzkonstruktionen koalierte, seinem Vermögensverwalter Josef Esch. Middelhoff ärgerte sich auch über hämische Geschichten in „Bild“ über seine Arbeit in der Behindertenwerkstatt der Bodelschwinghschen Stiftung Bethel.

Middelhoff vergisst bei seinem Pressebashing, dass er an anderer Stelle im Buch „Bild am Sonntag“ lobt, weil die Boulevardzeitung Middelhoffs skandalöse Haftbedingungen öffentlich machte, Schlafentzug inklusive. „Bild“-Cheflyriker Franz Josef Wagner textete: „Middelhoff lebte in der Welt der Götter und Helden. Er ist nun krank, abgemagert. Er büßt nicht nur, er leidet.“ Andere Medien stimmten ein.

Selbst in dieser Phase war die Presse also keineswegs nur Middelhoffs Feind, sondern auch sein Verbündeter. Tatsächlich zieht es sich als Konstante durch Middelhoffs Vita, dass er sich stets Medien zunutze machte. Er lud Journalisten immer wieder in sein Heim in Bielefeld, die alte Villa des Fabrikanten Gustav Windel, auf die Terrasse oder ins Wohnzimmer oder auf den Rasen. Dort erzählte er 2001 einem Reporter der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) bei Kirchturmglockengeläut und Champagner, an diesem Ort könne er nachdenken und innehalten. Seine letzte Homestory beinhaltete eine andere Präsentation des Glücks, erneut für die SZ. Diesmal in seiner Villa Aldea in Saint-Tropez. Middelhoff machte es persönlich, wo andere Distanz wahrten. So plauderte er früh über die Existenzkrise von Karstadt, vorbei am damaligen Vorstandschef Christoph Achenbach. Middelhoff-Termine steckten voller Überraschungen, das machte ihn in guten Zeiten beliebt als Gesprächspartner. Das Interesse der Medien blieb ihm jedoch auch in schlechten Zeiten erhalten. So ist das mit den Geistern, die man ruft.

Womöglich reibt sich Middelhoff so an Autoren, weil er schon früher gerne selbst einer gewesen wäre. Der Mann, der in Münster auch drei Semester Publizistik studierte, erzählt von seinem Berufswunsch als Jugendlicher, Schriftsteller zu werden. Jedenfalls ließ er sich gleich nach seiner Inhaftierung Papier und Bleistift geben und fing an, an seinen Memoiren zu arbeiten, wie er Bewachern erzählte. Es wurde am Ende vor allem ein Protokoll der Leiden am deutschen Justizsystem. Richter Jörg Schmitt sah bei Middelhoff Suizidgefahr. Alle 15 Minuten Überwachung der Einzelzelle wurde angeordnet, eine Doppelzelle, die die Überwachung überflüssig gemacht hätte, angeblich abgelehnt. Die Kontrollen raubten Middelhoff über Wochen den Schlaf und führten mutmaßlich zu einer schweren Autoimmunkrankheit, die vom Gefängnisarzt zunächst als Fußpilz diagnostiziert wurde.

Aus der Haftakte ergibt sich laut Middelhoff, dass seine Anwälte wieder und wieder gegen den Schlafentzug protestiert hätten. Punkt für Punkt listet Middelhoff Fehldiagnosen und Schikanen auf sowie den weiteren Fortgang seiner Krankheit namens Lupus Chilblain. Operationen mussten ihn retten, sogar am Herzen.

Sein Biograf Bognanni berichtet anderes. Womöglich spielt dabei ein Bericht des nordrhein-westfälischen Justizministeriums eine Rolle. Danach hätten während der Zeit der Beobachtung Middelhoffs weder der Gefangene noch seine Verteidiger noch seine Angehörigen gegenüber Gefängnismitarbeitern vorgetragen, Middelhoff werde übermäßig belastet: „Er hätte jederzeit in einem Gemeinschaftsraum mit einem ausgesuchten, ruhigen Mitgefangenen untergebracht werden können.“ Das sei mehr als einmal angeboten und immer wieder abgelehnt worden. Klagen über den Schlafentzug und Gesundheitsprobleme seien der Anstaltsleitung erst nach Ende der Suizidkontrolle bekannt geworden.

In seiner neuen Rolle als Justizkritiker hat Middelhoff seine größten Stärken, wenn er einen humaneren Strafvollzug, mehr Personal und einen entschiedeneren Kampf gegen das Drogenproblem im Knast einfordert. Middelhoffs akribische Beschreibung der Parallelwelt hinter Gittern hat journalistische Kraft. Er lenkt den Blick auf einen ignorierten Bereich der Gesellschaft. Dass er zum Vergleich den im „Dritten Reich“ getöteten Theologen Dietrich Bonhoeffer bemüht, ist dann allerdings doch eine Überspannung. Viele Abläufe und Strukturen der Justizvollzugsanstalt in der NS-Zeit würden „ sich nur geringfügig von denen im modernen Vollzug unterscheiden“, formuliert Middelhoff. Das ist maßlos.

Zur Kritik in eigener Sache reicht es beim Chefkritiker des Justizsystems nur in Ansätzen. So etwa bei den umstrittenen Freiflügen im Privatjet, die auch zur Verurteilung führten: „Falls es bei der Abrechnungspraxis zu objektiven Fehlern kam, bedaure ich das zutiefst.“ Die Betonung liegt hier wohl auf „falls“, denn er sieht seine Flüge stets durch einen dienstlichen Anlass gedeckt, und für private Flüge habe er genug gezahlt. Das Gericht wertete es anders.

Demut? Einsehen? Zweifel? Fehlanzeige. Dass Ex-Großaktionärin Schickedanz vor Gericht bestritt, Middelhoff eine Blankoerlaubnis für private Freiflüge erteilt zu haben, nennt er „Lüge“.

Richter Schmitt hatte in seiner Urteilsbegründung nach 35 Verhandlungstagen auch sehr Grundsätzliches parat: „Ich habe selten einen Angeklagten erlebt, der so oft unehrlich war. Sie sind an entscheidenden Stellen nicht ehrlich mit uns gewesen – vielleicht auch nicht mit sich selbst.“ Fluchtgefahr sah der Richter, weil Middelhoff den ersten Wohnsitz von Bielefeld nach Saint-Tropez verlegt hatte.

In der Haft gerettet hat den guten Katholiken und ehemaligen Oberministranten Middelhoff sein Glauben. In der persönlichen Zwiesprache mit Gott, im Andachtsraum der JVA und in der Auseinandersetzung mit den Schriften Bonhoeffers will er einen neuen Weg gefunden haben – er, der in einer „katholischen Familie mit konservativer Prägung“ in der Nähe von Düsseldorf aufgewachsen ist, wie er schreibt.

Jetzt ist er erfüllt von der Arbeit mit den Behinderten, sein altes Lebensmodell existiere nicht mehr, seine Ehe sei zerbrochen, „fehlgeleiteten Stolz überlasse ich künftig anderen“. Zu seiner Zukunft sagt Middelhoff dem Handelsblatt: „Ich werde mich neben der Arbeit an zwei Buchprojekten sozial engagieren und eine Initiative betreiben, die sich den Anstoß zu einer Justizreform und eine Verbesserung der Bedingungen im geschlossenen System zum Ziel setzt.“

Bleibt die Frage, wo das ganze Geld ist, die schätzungsweise fast 200 Millionen Euro, die Middelhoff in 25 Jahren verdient hat. Investcorp zum Beispiel, die Private-Equity-Firma in arabischer Hand, bei der Middelhoff anschließend anheuerte, zahlte grandios. Als Europa-Chef von Investcorp und Leiter der Sparte Technology Invest verdiente Middelhoff allein zwischen 2003 und 2005 rund 13 Millionen Euro. „Big T“, das hieß einmal mehr Big Money. Er war glücklich bei Investcorp, die Familie erwog bereits eine Übersiedlung nach London.

Doch Middelhoff war noch nicht fertig mit Corporate Germany. Alle Warnungen von Freunden und seiner Frau schlug er in den Wind und begann 2004, auf Einwirken von Esch und Großaktionärin Madeleine Schickedanz hin, sich um den ökonomischen Notfall Karstadt-Quelle zu kümmern, zunächst als Aufsichtsrats-, dann als Vorstandsvorsitzender.

Die Turnaround-Träume lösten sich langsam in Luft auf. Es blieben nur Anfangsschlagzeilen wie „Middelhoff wieder ganz oben“ (Spiegel Online), Ego-Futter für kurze Zeit. Auf Middelhoffs Abgang bei Arcandor wenige Monate vor der Insolvenz folgten weitere Stationen des beruflichen wie privaten Abstiegs.

Ohne die Arcandor-Pleite wären all die Ungereimtheiten bei Flügen und Festschriften wohl niemals aufgeflogen. Und außerhalb der Bundesrepublik gibt es keinen Tatbestand der Untreue, dieser schon vom Wortklang her teutonischsten aller Straftaten. Es ist also nur angemessen zu konstatieren, dass Middelhoff vor allem an sich selbst gescheitert ist, aber auch ein bisschen an Deutschland.

Der Ring der Gläubiger und Ermittler begann sich um ihn zu schließen. Am 31. März 2015, wenige Monate nach der Verurteilung, reichte er noch aus der Untersuchungshaft den Antrag auf Privatinsolvenz ein. Er konnte Steuerschulden beim Finanzamt Bielefeld-Außenstadt nicht mehr zahlen.

Middelhoff hatte sich im Privaten Teures geleistet, vielleicht als Symbol, jetzt dazuzugehören zum Kreis der wirklich erlauchten Gesellschaft. Er erwarb das idyllische Anwesen Aldea in Saint-Tropez und die Motorjacht mit dem programmatischen Namen Medici, die er bei seinem Bekannten Karlheinz Kögel (L’Tur) gesehen hatte. Preis: 7,3 Millionen Euro. Das Boot wurde per Kreditvertrag gekauft, der wie ein Pachtvertrag wirkte, mit Alles-Finanzierer Esch an seiner Seite.

Die Villa Aldea ist inzwischen an einen Investmentbanker verkauft worden, und von den knapp 23 Millionen Euro Kaufsumme flossen sechs Millionen über dahinter liegende Firmen dem Middelhoff-Anwalt Hartmut Fromm zu. Ihn hatte der Manager kennen gelernt, als Fromm für Bertelsmann-Eigentümer Mohn arbeitete. Am 14. März 2014 hatte Middelhoff einen „Abtretungsvertrag“ unterschrieben, wonach sämtliche Ausschüttungen, auch Verkaufserlöse seiner Immobilienfonds, an eine Firma namens Libra 3 fließen, die Fromm nahesteht. 4,8 Millionen Euro aus dem Verkauf des Immobilienfonds Köln-Ossendorf VII flossen je hälftig der Kanzlei Fromms zu sowie einer Stuttgarter Kanzlei, für die Middelhoff-Anwalt Winfried Holtermüller arbeitete.

Ein großer Teil des Geldes musste zurückgezahlt werden, 50.000 Euro aber waren an ein nahes Familienmitglied geflossen. Auch Anteile des Middelhoff’schen Family-Office gingen an Fromm. Die Finanzengagements seien auf Wunsch der Mandanten eingegangen worden, „darüber hinaus bestehen keine geschäftlichen Interessen“, kommentiert Fromm. Middelhoff-Insolvenzverwalter Thorsten Fuest prüft allem Anschein nach, ob die Summe den Honorarforderungen des Juristen entspricht oder ob hier noch etwas für die Gläubiger zu holen ist.

Wieder „Big T“ – zumindest kurz

Egal, wie groß der Justizskandal ist: Mit seinem Buch und dem ausgelösten Medienecho ist Thomas Middelhoff, für einige Zeit wenigstens, wieder „Big T“. Von diesem Samstag an wird Middelhoffs Buch in der Öffentlichkeit begleitet von der Analyse des unabhängigen Reporters Bognanni.

Beide Bücher haben eine gemeinsame Vorgeschichte. Im Gerichtssaal hatte Bognanni den gefallenen Manager Middelhoff erlebt. Bognanni war fasziniert und saß auch weiter in dem sich dahinstreckenden Verfahren, als die Kollegen längst andere Themen entdeckt hatten. Der Reporter wurde schließlich, so beschreibt es Bognanni, im Herbst 2016 von Middelhoffs Anwalt Fromm gefragt, ob er an einer Biografie über den Ex-Konzernchef mitwirken wolle. Erste Gedanken habe Middelhoff zu Papier gebracht, sie seien zwecks Einschätzung einsehbar. So kam es zu einem Treffen in Fromms Villa am Dianasee im Berliner Viertel Grunewald.

Der Gast las die Notizen aus dem Gefängnis, in raumgreifender Handschrift verfasst, fand aber ein seiner Meinung nach zu glattes Bild einer glorreichen Managerkarriere vor. Ghostwriter wolle er nicht sein, teilte Bognanni daraufhin mit, wohl aber Co-Autor einer authentischen, sorgfältig recherchierten Biografie. Daran hatte Middelhoff kein Interesse. So schrieben beide allein, der Journalist und der Manager. Bognanni versichert, nichts aus dem Ursprungsmanuskript verwendet zu haben.

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Offenbar handelt es sich um gut vermintes Gelände. Am kommenden Freitag jedenfalls treffen sich die Juristen vor dem Hamburger Landgericht, für Middelhoff ist der bekannte Medienanwalt Michael Nesselhauf angekündigt. Das Treffen vor Gericht hat ein monatelanges Präludium. Middelhoff fühlt sich offenbar düpiert, weil sein Ursprungsmanuskript in die Hände des Biografen gelangt war. Am 26. Juni setzte er jedenfalls vor dem Landgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung durch. Es geht um einen Satz, mit dem Bognannis Verlag Campus das neue Werk im eigenen Katalog bewarb: „Massimo Bognanni hat jahrelang Middelhoffs Niedergang verfolgt, ihn erlebt und gesprochen, Schauplätze seines Lebens besucht und engste Weggefährten befragt.“ Middelhoff bestreitet konkret, mit Bognanni für das Buch gesprochen zu haben, der Journalist führt dagegen Gespräche im Gerichtssaal und Telefonate an. Er habe sehr wohl mit dem Autor von „ A115“ geredet.

Der Frankfurter Campus Verlag hat den umstrittenen Satz von der Homepage entfernt und die Ankündigung bei Amazon geändert. Das Buchhaus legt nun in Hamburg Widerspruch gegen die einstweilige Verfügung von Ende Juni ein, wie eine Verlagssprecherin bestätigt: Anwalt Nesselhauf will auf Anfrage den Vorgang nicht kommentieren.

Auf der übergeordneten Ebene geht es natürlich darum, welches Bild von Middelhoff in der Öffentlichkeit bleibt: das des zu Weisheit gelangten Justizopfers, malträtiert von einem rachsüchtigen Staat. Oder das des trickreichen Machers, der viele verführte und selbst im Gefängnis echte Einsicht in ein rechtliches Fehlverhalten vermissen lässt.

Seinem Buch stellt Middelhoff jenes Hiob-Zitat aus der Bibel voran, das auch sein alter Antipode Leo Kirch kurz vor der Pleite seines Fernsehkonzerns benutzte: „Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen.“

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