Interview: Multimanager Klaus Mangold: „Krieg oder Invasion schadet Putins Zielen“
Der Manager gehört zu den erfahrensten Russland-Kennern der deutschen Wirtschaft.
Foto: BloombergMünchen. Kaum ein deutscher Manager hat so enge Kontakte nach Russland wie Klaus Mangold. Von 2000 bis 2010 war der 78-Jährige Leiter des Ostausschusses der deutschen Wirtschaft, noch immer ist er Mitglied im Lenkungsausschuss des Petersberger Dialogs. Im Interview mit dem Handelsblatt wirbt er im Ukrainekonflikt für einen Ausgleich mit Russland. „Es ist wichtig, dass der Gesprächsfaden nicht abreißt“, sagt der Aufsichtsratschef des Zulieferers Knorr-Bremse.
Mangold erwartet nicht, dass es in der Ukraine zu einem militärischen Aufeinandertreffen kommt. „Krieg oder Invasion schadet Putins Zielen“, sagt der Manager. Der russische Präsident wolle die Nato-Osterweiterung stoppen und eine große Konferenz zur europäischen Sicherheitspolitik. „Diese Ziele erreicht er nicht mit einer Invasion.“
Sanktionen gegen Russland lehnt Mangold ab. „Die nach der Krim-Annexion verhängten Sanktionen haben Russland eher stärker gemacht“, sagt er. Die russische Wirtschaft habe gelernt, die Importe durch lokal produzierte Waren zu ersetzen. Zudem sei Europa bei der Energieversorgung abhängig von Russland und müsse deshalb an der umstrittenen Ostseepipeline Nord Stream 2 festhalten.