Managementzertifikate: Warum Business-Schools auf Crashkurse für Führungskräfte setzen
Kiel. Es herrscht angespannte Stimmung im Besprechungsraum. Drei Manager des US-Fernsehsenders WCHI verhandeln mit den Produzenten der Comicserie „Ultra Rangers“ über die Senderechte. Die Fernsehbosse wissen, dass die Filmfirma nach zwei Flops frisches Geld braucht – und bieten einen Spottpreis. „Ihre Einschaltquoten sinken, Sie brauchen attraktive Inhalte“, kontern diese. Plötzlich geht die Tür auf: „Gibt es einen Deal?“, fragt Kandarp Mehta.
Weder den TV-Sender noch die Comicserie gibt es wirklich. Mehta ist Dozent an der internationalen Business-School IESE und der Rechtepoker eine Übung im Kurs über erfolgreiches Verhandeln. Rund 30 Teilnehmer aus aller Welt sind dafür nach München gekommen.
Zwei Tage proben sie anhand von Fallstudien, Mehta und seine Kollegen ordnen die Übungen wissenschaftlich ein, kommentieren die abgeschlossenen Deals und erklären, was besser hätte laufen können – und sorgen für manches Aha-Erlebnis.
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Der zweitägige Kurs gehört zum stetig wachsenden Angebot an Kurzfortbildungen, mit denen Business-Schools ihre Produktpalette ergänzen und neue Zielgruppen jenseits von Master- oder MBA-Studiengängen erschließen wollen. „Das Interesse an Non-Degree-Programmen nimmt kontinuierlich zu“, sagt Michael Winkler, Geschäftsführer des IESE-Campus München. „Auch erfahrene Manager sehen heute die Notwendigkeit, sich auf hohem Niveau weiterzubilden.“