Serie: Beamter werden – Teil 4: Quereinstieg als Lehrer: So gelingt der Wechsel aus der Wirtschaft ins Klassenzimmer
Quereinsteiger müssen im Lehrerberuf gut damit umgehen können, im Mittelpunkt zu stehen.
Foto: UnsplashDüsseldorf. Jasper Hasenkamp hat einen Doktor in theoretischer Physik, hat in Harvard und New York geforscht – und ist heute Lehrer an einem Gymnasium in Hamburg-Wandsbek. Vor gut fünf Jahren beendete der heute 36-Jährige seine Wissenschaftskarriere, weil die Arbeitsbedingungen nicht seinen Vorstellungen von einem entspannten Familienleben entsprachen.
„Als angehender Physiklehrer konnte ich mir die Schule aussuchen“, erzählt Hasenkamp, der seine Erfahrungen in einem Buch gesammelt hat und Interessenten zum Lehrer-Quereinstieg berät. Nach einem Schnupperpraktikum an einer Gesamtschule, Referendariat und zweitem Staatsexamen unterrichtet der verbeamtete Pädagoge heute Schüler von der fünften Klasse bis zum Abitur in Mathe und Physik.
Von Harvard auf die Schulbank nach Hamburg – das Beispiel zeigt, welch ungewöhnliche Quereinstiege im Schulwesen aktuell denkbar sind. Und auch, wenn Hasenkamps Fall sicherlich besonders ist: Die positive Perspektive, die Jobsicherheit und die familienkompatiblen Arbeitszeiten ziehen aktuell viele Wechselwillige in den Lehrerberuf.
Tatsächlich ist mit der Pandemie die Nachfrage nach krisenfesten Jobs im Staatsdienst gestiegen. Der Sprecher des baden-württembergischen Kultusministeriums, Benedikt Reinhard, bestätigt: „Wir erhalten wesentlich mehr Bewerbungen als vor der Coronakrise.“