Lehrermangel: Wollen Sie Lehrer werden? Für diese Fächer suchen die Bundesländer Quereinsteiger
Fach- und Führungskräfte können in den Schuldienst wechseln.
Foto: imago images/EibnerDüsseldorf. Mit 39 Jahren drückt Franziskus Siepmann wieder die Schulbank. Er holt sich frische Ideen für seinen Deutsch-Unterricht und den Kontakt mit Schülern: Immer dienstags sammelt der Germanist und promovierte Theologe pädagogisch-didaktisches Wissen. Denn Siepmann ist „Lehrkraft in Ausbildung“. An den übrigen Wochentagen gibt er an der Johannes-Kessels-Akademie im nordrhein-westfälischen Gladbeck Deutsch- und Religionsstunden.
Was Siepmann lernt, kann der Quereinsteier gut brauchen. Um den Schulstoff jungen Leuten zu vermitteln, braucht es begeisternde Einfälle, aber noch viel mehr Kommunikationsgeschick. In knapp einem Jahr wird der vormalige Manager aus der Kirchenverwaltung zum zweiten Staatsexamen antreten. Punktet er dort so wie in seinen Klassen, steht seiner Verbeamtung als Berufsschullehrer dann kaum noch etwas entgegen.
In Deutschland herrscht Lehrermangel. Schon vor Ausbruch der Corona-Pandemie schätzte der Lehrerverband, dass etwa 15.000 Lehrerstellen unbesetzt sind. Berufserfahrene Fach- und Führungskräfte wie Siepmann, die einen Uni-Abschluss in der Tasche haben, sind in der Schule als Verstärkung willkommen. Konkret müssen Quereinsteiger, die Lehrer und Beamter auf Lebenszeit werden wollen, zwei Voraussetzungen fürs Referendariat erfüllen: