Thomas Middelhoff stellt Buch vor: Beichte aus A 115
„Ein Buch über Gefangenschaft und Freiheit“ verspricht der Verlag.
Foto: dpaDüsseldorf. In rund 20 Jahren haben Journalisten eine Menge Artikel über Thomas Middelhoff geschrieben. Er war vieles in einem: Aufsteiger und Aufschneider, Held und Versager, Charmeur und Snob, Pionier und Pleitier. Sogar ein Buch – „Johann Holtrop“ von Rainald Goetz – ist der Vita des Managers nachempfunden. Jetzt aber schreibt der Vielbeschriebene, Vielbesungene und Vielverfluchte selbst: Der Sicht der anderen will Middelhoff, 64, seine eigene entgegensetzen.
Am 7. September soll sein Buch „A 115 – Der Sturz“ erscheinen, benannt nach der Zelle, in der sich der einstige Star des deutschen Wirtschaftslebens nach seiner Verurteilung wegen Untreue im November 2014 wiederfand. Auf 320 Seiten breitet er einen „autobiografischen Bericht“ über seinen „tiefen Fall“ aus, wie es auf dem Cover heißt. Es sei „ein Buch über Gefangenschaft und Freiheit und die Abgründe des deutschen Justizsystems“, erklärt der Verlag Langen Müller in eigener Sache, „hohe Aufmerksamkeit“ sei garantiert.
Aufmerksamkeit ist immer das Metier des Thomas Middelhoff gewesen. Und „TM“ oder „Big T“, wie der frühere Chef von Bertelsmann und Karstadt-Quelle (Arcandor) genannt wurde, liefert nunmehr wieder Stoff für Nachrichten, diesmal freilich auf ganz andere Art. Nicht mehr Kennzahlen zählen, die Orientierungspunkte eines Wirtschaftsmenschen, sondern die Erlebnisse des eigenen Leides hinter Gittern.