Finanzmärkte: Welche Konflikte Anleger besonders im Blick behalten sollten
Frankfurt. Ein Begriff macht Karriere: geopolitisches Risiko. Eine der größten Gefahren, die unter diese Rubrik fallen, ist der eskalierende Nahostkrieg. Zuletzt griffen das amerikanische und britische Militär die vom Iran gestützten Huthi-Rebellen im Jemen an, nachdem diese Handelsschiffe im Roten Meer attackiert hatten. Wegen der Gefährdung der wichtigen Schifffahrtsstraße stiegen die Ölpreise am Freitag um zwei Prozent.
Solche Ereignisse können sehr schnell auf die Wirtschaft und damit auf die Kapitalmärkte durchschlagen. Als größte Risiken sehen Analysten und Wertpapierstrategen neben einer weiteren Ausbreitung des Nahostkriegs, einen möglichen Angriff Chinas auf Taiwan, die Lage in Osteuropa und die US-Wahl am 5. November.
Die Fachleute befürchten im schlimmsten Fall Börseneinbrüche von bis zu 40 Prozent. Daher sollten die Anlegerdepots möglichst widerstandsfähig sein. Als gute Wahl gelten defensive Aktien, ebenso Titel aus den Branchen Verteidigung, Energie und Datensicherheit. Auch Top-Staatsanleihen taugen als Baustein für eine Absicherung gegen geopolitische Risiken.
Ein Blick zurück auf die vergangenen Jahre zeigt, welche Wirkung geopolitische Ereignisse an den Märkten entfalten können. Das gilt insbesondere für den Beginn der russischen Ukraine-Invasion am 24. Februar vorletzten Jahres. Der MSCI-Weltaktienindex verlor in acht Monaten rund ein Fünftel seines Werts.