Alpentransit: Was das Chaos im Gotthard-Tunnel für die Lieferketten bedeutet
Zürich. Es war ein Radbruch mit weitreichenden Folgen: Im August 2023 entgleiste ein Güterzug im Gotthardtunnel und beschädigte eine der wichtigsten Alpentransitstrecken. Noch bis weit ins Jahr 2024 hinein ist nur eine von zwei Röhren des mit 57 Kilometern längsten Eisenbahntunnels der Welt nutzbar.
Mehr als 19 Millionen Tonnen Waren wurden im ersten Halbjahr 2023 per Zug und Lkw durch die Schweiz über die Alpen transportiert. Mehr als die Hälfte davon, rund zehn Millionen Tonnen, rollten auf der Schiene durch den Gotthard, belegen Daten des Schweizer Bundesamtes für Verkehr (BAV). Noch gibt es keine offiziellen Zahlen, wie stark die Störung im Gotthard den Gütertransport beeinflusst hat.
Allerdings verlagert sich durch die Tunnelstörung mehr Verkehr von der Schiene auf die Straße: „Der Lkw-Transport ist eine sehr attraktive Alternative für unsere Kunden, vor allem bei Transporten mit hohem Warenwert“, sagt Matthias Wolf, Chef des Logistikriesen Kühne + Nagel in der Schweiz.
Störung im Gotthard-Tunnel verlagert Gütertransport auf die Straße
Kühne + Nagel transportiere inzwischen mehr Güter per Lkw über den im Osten gelegenen San-Bernadino-Tunnel. Ebenfalls stärker genutzt werde der westlich des Gotthards gelegene Lötschberg-Eisenbahntunnel.