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BiotechnologieRekordfinanzierung für Münchener Krebstherapie-Spezialist Tubulis

Das Biotech-Unternehmen sammelt 128 Millionen Euro ein. Die Münchener wollen damit neue, schonendere Wirkstoffe gegen Tumore marktreif machen – und einen neuen Markt erschließen.Maike Telgheder 14.03.2024 - 11:01 Uhr
Forschungslabor von Tubulis: Das Biotech-Unternehmen entwickelt zielgerichtete Wirkstoffe gegen Krebs. Foto: Tubulis

Frankfurt. Das auf Krebstherapien spezialisierte Münchener Biotech-Unternehmen Tubulis hat in einer neuen Finanzierungsrunde umgerechnet 128 Millionen Euro eingesammelt. Das ist die nach Handelsblatt-Recherchen bisher größte Biotech-Finanzierungsrunde dieses Jahres in Europa.

Tubulis entwickelt sogenannte Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADC) – Chemotherapien, die direkt und nur in der Krebszelle wirken sollen. Dabei bringen die Antikörper das Chemotherapeutikum direkt zum Tumor. So sollen die Krebszellen zielgerichtet zerstört werden, während das verwendete Zellgift den Rest des Körpers nicht so stark angreift. Dadurch sollen die ADC-Therapien weniger Nebenwirkungen auslösen als eine im ganzen Körper wirkende Chemotherapie.

Die Hoffnungen auf solche Krebstherapien sind groß. Mehrere Pharmakonzerne entwickeln ADC, unter anderem Astra-Zeneca, Pfizer und Roche. Im Februar kündigte der japanische Pharmakonzern Daiichi-Sankyo eine Investition von einer Milliarde Euro an, um im oberbayerischen Pfaffenhofen die Entwicklung und Produktion seiner neuen Generation von ADC aufzubauen. Daiichi-Sankyo vertreibt gemeinsam mit dem britischen Pharmaunternehmen Astra-Zeneca das ADC Enhertu, dessen Umsatz bereits im Milliarden-Euro-Bereich liegt und derzeit am stärksten wächst. Enhertu wurde zuerst bei der Behandlung von inoperablem Brustkrebs verwendet und wird inzwischen auch gegen Lungen- und Magenkrebs eingesetzt. 

Tubulis entwickelt schonendere Krebstherapien

Tubulis will sich laut CEO Dominik Schumacher im ADC-Bereich als führender Anbieter etablieren. Das Unternehmen mit derzeit 45 Mitarbeitenden hat eine eigene Technologieplattform für die Entwicklung aufgebaut. Mit deren Hilfe verklebt das Unternehmen nach eigenen Angaben Zellgift und Antikörper, was besonders stabile ADC ergebe.

Damit könnte Tubulis zwei der großen Herausforderungen der neuen Wirkstoff-Konjugate lösen. Denn durch die Verklebung bringen die Antikörper das Gift einerseits zuverlässiger zum Tumor und geben es andererseits auch nicht anderswo im Körper ab.

Das junge Biotech-Unternehmen Tubulis forscht in einem vielversprechenden Feld der Krebstherapie. Foto: Tubulis

Mit dem Geld aus der Finanzierungsrunde will das Unternehmen zwei Wirkstoffkandidaten in die klinische Erprobung bringen. Sie sollen gegen Eierstock- und Lungenkrebs sowie andere Gewebetumore wirken.

Tubulis will Standort in den USA eröffnen

Außerdem will Tubulis eine Niederlassung in den USA aufbauen – wo genau, steht noch nicht fest. „Ein Standort in den USA hilft uns, dort die Zusammenarbeit mit Kliniken auszubauen. Aber das Herz von Tubulis ist und bleibt an unserem Hauptsitz in München“, sagt CEO Schumacher.

Tubulis-CEO Dominik Schumacher: „Ein Standort in den USA hilft uns, dort die Zusammenarbeit mit Kliniken auszubauen.“ Foto: Tubulis

Das Interesse von Investoren an Tubulis ist hoch. Die Finanzierungsrunde der Serie B2 war aufgestockt worden und überzeichnet. Die Runde wurde gemeinsam geleitet vom Wagniskapitalinvestor EQT Life Sciences und der auf den Bereich Onkologie spezialisierten Schweizer Firma Nextech Invest. Zudem haben sich die US-Fonds Frazier Life Sciences und Deep Track Capital beteiligt. Auch alle bestehenden Investoren, darunter Andera Partners aus Frankreich, haben erneut investiert.

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Insgesamt hat Tubulis seit der Unternehmensgründung 2019 rund 187 Millionen Euro eingesammelt. Im vergangenen Frühjahr vereinbarten die Münchener zudem einen potenziell milliardenschweren Deal mit dem amerikanischen Pharmakonzern Bristol Myers Squibb (BMS).

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