Bürgergeld: Ist die Bilanz des Hartz-IV-Nachfolgers wirklich so schlecht?
Berlin. Auch rund 15 Monate nach seiner Einführung sorgt das Bürgergeld weiter für heftige Debatten. Die CDU will es zum Wahlkampfthema machen und im Falle einer Regierungsbeteiligung schon bald nach der Wahl eine Generalüberholung starten. Die AfD hat gerade in einem Bundestagsantrag gefordert, das Bürgergeld wieder stärker auf die Arbeitsvermittlung zu fokussieren.
Bernd Fitzenberger, Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg, bemüht sich, die teils aufgeheizte Debatte zu versachlichen. Viele Kritiker zeichneten „ein verengtes und teilweise unzutreffendes Bild“, sagt der Arbeitsmarktforscher.
Fragen und Antworten:
Es gibt aktuell 1,7 Millionen offene Stellen. Warum arbeiten Bürgergeld-Empfänger nicht?
Fast vier Millionen Bezieher von Bürgergeld seien als erwerbsfähig gemeldet, kritisierte die AfD-Abgeordnete Gerrit Huy im Bundestag. Rein zahlenmäßig könnte damit der Arbeitskräftebedarf der Wirtschaft locker gedeckt werden. Doch ganz so einfach ist es nicht.
Ende vergangenen Jahres gab es 5,5 Millionen Menschen, die Anspruch auf die Regelleistungen des Bürgergelds hatten. Davon waren aber mehr als ein Viertel Kinder. 3,9 Millionen Bürgergeldbezieher sind erwerbsfähig, das ist die Zahl, auf die die AfD-Abgeordnete Huy Bezug nahm.