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Dax aktuellDax schließt 200 Punkte im Minus – Ist die Rekordjagd beendet?

Nach einem neuem Rekordhoch rutscht der Leitindex ab. Auch der Goldpreis erreichte eine neue Bestmarke – womöglich getrieben durch Sorgen vor der Rückkehr eines Problems.Jürgen Röder 02.04.2024 - 17:54 Uhr aktualisiert
Der Dax setzt seine Osterrally fort. Foto: Bloomberg Creative/Getty Images [M]

Düsseldorf. Am deutschen Aktienmarkt ging die Jagd nach neuen Rekorden auch nach dem Osterwochenende weiter. Der Dax erreichte im Vormittagshandel mit 18.567 Punkten eine neue Bestmarke. Es war das achte Hoch in Folge und Nummer 27 in diesem Börsenjahr.

Danach ging es aber abwärts. Und dieser Kursrutsch wirft die Frage auf: Ist damit die Rekordjagd für eine längere Zeit beendet? Zumal einige Aspekte für einen schwachen Börsenmonat April spreichen.

Der Leitindex schloss bei 18.290 Zählern und damit 1,1 Prozent unter dem Schlussstand am vergangenen Donnerstag, dem letzten Handelstag vor dem Osterwochenende.

Seit dem Mittwoch vergangener Woche konnte der Dax an jedem Handelstag über die Marke von 18.500 Punkten klettern. Nachhaltig überwinden, also per Tagessschlusskurs, konnte der Leitindex die 18.500er-Marke aber bislang nicht. 

Mit einem Plus von 10,4 Prozent war das erste Quartal für den Dax positiv, gleichzeitig der sechstgrößte Zugewinn in der Historie. Dass auch das zweite Quartal so gut ausfällt, dürfte hingegen wenig wahrscheinlich sein.

Viele Signale für einen eher schwachen April

Die saisonale Statistik zeigt: Der April ist im Durchschnitt zusammen mit dem November der beste Börsenmonat. Das Plus betrug in beiden Monaten 2,7 Prozent.

Doch nach Auswertung von Jörg Scherer, Leiter technische Analyse bei HSBC Deutschland, resultiert die gute April-Bilanz vor allem aus Jahren, in denen der Dax nach drei Monaten ein Minus auswies. Da gelang in zwölf von 13 Fällen eine Gegenbewegung mit einem durchschnittlichen Wertzuwachs von 6,9 Prozent.

„Vor diesem Hintergrund könnte das starke Startquartal ein Indiz dafür sein, dass sich der heiß gelaufene Index im laufenden Monat womöglich eine kleine Pause gönnt“, meint Scherer.

Auch aus der aktuellen Handelsblattumfrage Dax-Sentiment lässt sich die Warnung ableiten, zum aktuellen Zeitpunkt keine nennenswerten Käufe zu tätigen. Nach Meinung des Sentimentexperten Stephan Heibel sollten sich in den kommenden Wochen und Monaten bessere Kaufgelegenheiten ergeben. „Wer auf Buchgewinnen sitzt, kann sich überlegen, seine Cashquote ein wenig zu erhöhen und Gewinne mitzunehmen“, empfiehlt Heibel.

Zudem gibt es nach Handelsblatt-Berechnungen in der gegenwärtigen Situation eine Besonderheit. Der Dax steigt nicht erst seit Jahresbeginn, sondern schon seit Anfang November stark an: Seitdem legte er um knapp 25 Prozent zu.

Nach solchen Rallys entwickelte sich der Dax im April in der Vergangenheit allerdings schwach: In den 15 Fällen, in denen der Index von Anfang November bis Ende März um mindestens zehn Prozent gestiegen ist, verlor er im Durchschnitt ein Prozent. In den restlichen 20 Jahren stieg er im April im Schnitt um mehr als fünf Prozent.

In den meisten Fällen waren die Rücksetzer aber nur vorübergehend. In den 16 Fällen, in denen der Dax von November bis März stark stieg, legte er trotz des meist schwachen Aprils in Summe zwölfmal bis zum Jahresende weiter zu.

Dieses Szenario eines eher schwachen Aprils und eines insgesamt aber erfolgreichen Börsenjahres dürfte nach der bisherigen Entwicklung auch für 2024 gelten. Denn der Dax ist seit zehn Wochen steil nach oben geklettert und eher reif für eine Verschnaufpause.

Dax

Warum nach 26 Rekordhochs im April Schluss sein könnte

Blickt man auf die Dax-Historie, drängt sich zudem der Vergleich mit den Jahren 2014 und 2015 auf. Von Ende Oktober 2014 bis Ende März 2015 stieg der deutsche Leitindex um 28 Prozent. Jetzt ist es mit fast 25 Prozent in diesem Vergleichszeitraum eine ähnliche Größenordnung.

Was 2015 folgte, war weniger schön. Bis Mitte April kletterte der Dax zwar um weitere 3,5 Prozent nach oben, doch das war gleichzeitig das Jahreshoch. Erst Ende Oktober endete dieser Abwärtstrend mit einem Minus von 25 Prozent unterhalb des Jahreshöchststands. Ende 2015 lag das Börsenbarometer aber wieder 9,6 Prozent im Plus.

Gold klettert auf neues Rekordhoch

Der Goldpreis ist am heutigen Dienstag auf ein neues Rekordhoch geklettert. Die Bestmarke liegt nun bei 2273,89 Dollar. Aktuell kostet eine Feinunze (31,1 Gramm) 2255 Dollar.

Marktbeobachter verweisen auf die Erwartung einer Zinssenkung durch die US-Notenbank. Auch die anhaltenden Käufe der Zentralbanken tragen zur Preisstärke bei.

Anlegern rät Marko Behring von der Fürst Fugger Privatbank, ihren Goldanteil im Depot nicht zu verkaufen: „Die Angst vor einer zweiten Inflationswelle, Zukäufe seitens der Zentralbanken und die Vielzahl der geopolitischen Krisen: das alles spricht dafür, jetzt an der Goldposition festzuhalten – den Höchstständen zum Trotz.“

Auch die Charttechnik signalisiert eher weiter steigende Goldnotierungen. Scherer von HSBC Deutschland sieht ein Kursziel von knapp 2500 Dollar. Auf der Unterseite sollte die Marke bei rund 2070 Dollar nicht mehr unterschritten werden, sie dient also als Absicherungslevel, um deutlichere Kursverluste zu vermeiden.

Frische Inflationsdaten veröffentlicht

Die Inflation in Deutschland ist im März so niedrig ausgefallen wie seit knapp drei Jahren nicht mehr. Die Verbraucherpreise stiegen nur noch um 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag zu seiner ersten Schätzung mitteilte.

Im Februar lag die Teuerungsrate noch bei 2,5 Prozent. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Rückgang auf 2,2 Prozent gerechnet.

Für Michael Heise, Chefökonom von HQ Trust. ist die Inflationsrate ist nicht mehr weit vom mittelfristigen Ziel der EZB entfernt. Das ist eine gute Nachricht. „Die weniger gute ist, dass dies wohl der Tiefpunkt der Entwicklung in 2024 gewesen ist. Viel besser wird es höchstwahrscheinlich nicht mehr werden“.

Denn der Rückgang im März ist nicht zuletzt den gegenüber dem Vorjahr gesunkenen Preisen für Energie zuzuschreiben. Auch Nahrungsmittel sind gegenüber im Vorjahresvergleich ein wenig preiswerter geworden.

„Sollte es nicht zu unerwarteten Rückgängen der Weltmarktpreise für Öl und Gas kommen, dürfte der Gesamtindex der Verbraucherpreise in den kommenden Monaten zumindest wieder leicht in Richtung 2,5 Prozent  ansteigen.“ Für eine Lockerung der stabilitätsorientierten Geldpolitik sei  es daher noch zu früh.

Blick auf Einzelwerte

Ionos: Der Cloudanbieter hat einen Großauftrag von der Bundesverwaltung für den Aufbau einer besonders abgesicherten Computer-Cloudlösung bekommen. In der Ausschreibung des Rahmenvertrags wurde eine Obergrenze von 410 Millionen Euro genannt.

Die „private Enterprise-Cloud“, die unter anderem vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert wurde, soll in den Rechenzentren des Informationstechnikzentrums Bund (ITZBund) betrieben werden. Die Ionos-Aktie legte um mehr als elf Prozent zu.

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Krones: Die deutsche Privatbank Bereenberg empfiehlt das Papier zum Kauf, was der Aktie ein Plus von 3,5 Prozent bescherte. Berenberg-Analyst Benjamin Thielmann verwies auf den hohen Auftragsbestand des Anlagenbauers. Zudem dürfte sich der freie Barmittelfluss (Free Cashflow) in diesem Jahr erholen und Krones sich in einem schwierigen konjunkturellen Umfeld gut behaupten.

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