Niger: Deutschland hält auch nach EU-Abzug Militärstützpunkt in Niger offen
Deutschland wird sein militärisches Lufttransportzentrum in Niger auch nach dem angekündigten Ende der EU-Militärmission vorerst offen halten. „Deutschland und Niger haben eine zeitlich befristete Vereinbarung getroffen, die eine weitere Präsenz deutscher Streitkräfte in Niger ermöglicht", teilte das Verteidigungsministerium am Dienstag mit. Derzeit sind dort rund 90 deutsche Soldaten stationiert. Die Europäische Union (EU) hatte am Montag angekündigt, die Mission in dem afrikanischen Land mit Dutzenden Soldaten zum 30. Juni zu beenden und dies mit der ernsten Lage in Niger begründet.
Niger war bis zu einem Putsch 2023 Partner des Westens in der afrikanischen Sahelzone im Kampf gegen Militante, die Tausende Menschen getötet und Millionen vertrieben hatten. Doch die Militärmachthaber drängten die ehemalige Kolonialmacht Frankreich zum Truppenabzug, stimmten dem Abzug der US-Truppen zu und vertieften die Beziehungen zu Russland.
Seit 2013 nutzt Deutschland den Stützpunkt in der Hauptstadt Niamey als Versorgungszentrum für seine Streitkräfte im Nachbarland Mali, die dort im Rahmen der UN-Friedensmission Minusma im Einsatz sind. Die letzten deutschen Soldaten werden Mali Ende 2024 verlassen.
Das Verteidigungsministerium erklärte, das zeitlich befristete Abkommen biete die Möglichkeit, eine neue Vereinbarung zu treffen, die die Präsenz der Bundeswehr ermögliche. Welche Pläne Berlin für die weitere Nutzung des Stützpunktes in Niamey hat, blieb zunächst unklar.