Adderall: US-Manager missbrauchen massenhaft ADHS-Pillen
New York. Das ADHS-Mittel Adderall hat in den USA eine stetig größer werdende Fangemeinde unter erwachsenen Menschen, die gar keine „Aufmerksamkeitsdefizitstörung“ haben. Das sind Studierende, die erfolgreicher lernen wollen; das sind Programmierer, die ihren Code schneller schreiben wollen; und es sind Manager, die fokussierter arbeiten wollen. Sie nehmen das verschreibungspflichtige und abhängig machende Amphetamin, um ihre Gehirnleistung zu steigern.
Das Medikament ist ursprünglich in den 90er-Jahren als Mittel gegen „Attention Deficit Hyperactivity Disorder“ (ADHD/ADHS) entwickelt worden. In den USA wird es vielen Kindern verschrieben, die sich nur schwer konzentrieren können. Die Gesundheitsbehörde CDC schätzt, dass 11,4 Prozent der Drei- bis 17-Jährigen in den USA eine ADHS-Diagnose bekommen haben. Das entspricht sieben Millionen Kindern und Jugendlichen. Unter den Jungen sind es sogar 15 Prozent. Die meisten von ihnen nehmen Medikamente – und Adderall ist mit Abstand das beliebteste.
Nach Daten der im Gesundheitssektor tätigen Analysefirma Iqvia sind die Verschreibungen für Adderall in den USA zwischen 2019 und 2022 um 27 Prozent gestiegen – darunter ein wachsender Anteil von Erwachsenen. In den USA wird das Mittel von Teva vertrieben, dazu Generika-Versionen von Novartis, Lannett, Mallinckrodt und Takeda. Die hohe Nachfrage hat zuletzt zu Engpässen bei diesen Medikamenten geführt.