Goldman-Strategin: „Europäische Aktien sehen wir kritisch“
New York. Wer Kunde von Sharmin Mossavar-Rahmani werden will, muss mindestens zehn Millionen Dollar an investierbarem Vermögen mitbringen.
Doch ihre Einschätzungen sind relevant für Portfolios in jeder Größe. Mit ihren klaren Thesen gibt die Investmentchefin von Goldman Sachs’ Vermögensverwaltungssparte seit Jahren die Richtung für Anleger vor.
Dass ihr Rat manchmal langweilig ist, stört sie nicht. Sie betont: „Unser Job ist es nicht, kurzfristig auf neue Trends aufzuspringen.“
Lesen Sie hier das ganze Interview mit Sharmin Mossavar-Rahmani:
Frau Mossavar-Rahmani, Sie raten seit über 20 Jahren dazu, amerikanische Aktien zu kaufen. Damit lagen Sie richtig, US-Titel haben deutlich besser abgeschnitten als Aktien in anderen Regionen. Doch sie sind mittlerweile sehr teuer geworden. Ist es Zeit, sich anderswo umzuschauen?
Nein. Unsere Kunden haben natürlich unterschiedliche Ziele und Bedürfnisse. Aber weiterhin gilt: US-Aktien sind der Wachstumstreiber für jedes Portfolio.
Woran liegt das?
Das hat vor allem mit unserer langfristigen Prognose für die US-Wirtschaft zu tun. Das Trendwachstum liegt nun bei zwei Prozent und könnte durch die Effizienzgewinne von Künstlicher Intelligenz (KI) über die nächste Dekade auf 2,3 oder 2,4 Prozent steigen. Das wird auch den positiven Trend bei Unternehmensgewinnen und den damit korrelierenden US-Aktien weiter antreiben. Das bestätigt uns darin, unseren langfristigen Kurs zu halten: Die Dominanz der US-Wirtschaft bleibt in Takt, und wir raten unseren Kunden trotz der großen Rally der vergangenen Monate, weiter investiert zu bleiben.