Geldpolitik: Fed-Chef Powell geht auf Konfrontationskurs zu Trump
New York. Jerome Powell geht auf Konfrontationskurs zu Donald Trump. Der Chef der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) werde an seinem Amt festhalten, sagte er am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Washington. Auf die Frage, ob er zurücktrete, wenn der künftige US-Präsident ihn darum bitten würde, antwortete Powell schlicht „Nein“. Die Frage, ob er glaube, dass die neue Regierung die rechtliche Grundlage hätte, den Fed-Chef zu feuern, beantwortete Powell ebenfalls mit einem schlichten „Nein“.
Damit zeichnet sich ein ungewöhnlicher Machtkampf ab. Trump hat eine für einen US-Präsidenten bemerkenswerte Beziehung zur Fed. Schon während seiner ersten Amtszeit hatte er Powell mehrmals beschimpft und als „Feind“ bezeichnet, obwohl er ihn selbst zum Fed-Chef ernannt hatte.
Der Republikaner hatte angekündigt, sich stärker in die Geldpolitik einmischen zu wollen. Vor allem ist er an niedrigeren Zinsen und einem schwächeren Dollar interessiert, der amerikanischen Exporten helfen würde.
Die Fed gilt aber als politisch unabhängig. Es ist juristisch unklar, ob ein Präsident einen Notenbankchef ohne Grund absetzen könnte. Die Märkte werden das genau verfolgen. „Powell weiß, dass er von Trump nicht wieder für eine neue Amtszeit ernannt werden wird. Das könnte sein Gefühl der Unabhängigkeit stärken“, gab Kapitalmarktberater Ed Yardeni im Vorfeld der Pressekonferenz zu bedenken.