Rüstung: Rheinmetall Betriebsgewinn legt um 72 Prozent zu
Düsseldorf. Rheinmetall steuert aufgrund der gestiegenen Rüstungsausgaben der westlichen Staaten nach dem russischen Überfall auf die Ukraine auf Rekordkurs. Nach neun Monaten ist der Umsatz von Deutschlands größtem Rüstungskonzern um 36 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro gestiegen. Das operative Ergebnis legte um 72 Prozent auf 705 Millionen Euro zu. Nach Steuern hat Rheinmetall nach drei Quartalen rund 306 Millionen Euro verdient.
„Wir erleben ein Wachstum, wie wir es im Konzern noch nie hatten“, sagte Rheinmetall-Chef Armin Papperger am Donnerstag. Der Manager, dessen Vertrag erst am Mittwoch um fünf Jahre verlängert worden war, sieht Rheinmetall nun auf dem Weg zum „globalen Rüstungschampion“.
Zuversichtlich stimmt Papperger das volle Auftragsbuch des Dax-Konzerns. Der Auftragsbestand beträgt mittlerweile 52 Milliarden Euro. Bis Jahresende könnte der Bestand auf 60 Milliarden Euro wachsen.
Rheinmetall erhält viele Aufträge von der Bundeswehr
„Rheinmetall wird gebraucht, das zeigen unsere zahlreichen Auftragserfolge“, sagt Firmenchef Armin Papperger. „Wir erleben ein Wachstum, wie wir es im Konzern noch nie hatten.“
Die größten Aufträge kommen von der Bundeswehr. So wurde Rheinmetall von der Bundesregierung unter anderem mit der Lieferung von Militär-Lkw im Wert von 2,9 Milliarden Euro sowie der Herstellung des sogenannten „Schweren Waffenträgers Infanterie“ auf Basis des Radpanzers Boxer im Wert von 1,6 Milliarden Euro beauftragt. Darüber hinaus hat Rheinmetall zahlreiche Aufträge für Artilleriemunition erhalten.
Schwächer läuft es dagegen im Autozulieferergeschäft. Hier ist der Umsatz um acht Prozent, das operative Ergebnis um drei Prozent zurückgegangen. Der Free Cashflow liegt bei minus 20 Millionen Euro.
Insgesamt konnte Rheinmetall den Cashflow verbessern. Nach einem Minus von 428 Millionen Euro im vergangenen Jahr lag er nach neun Monaten in diesem Jahr bei 99 Millionen Euro. Positiv niedergeschlagen habe sich hier der Anstieg erhaltener Kundenanzahlungen, heißt es in der Mitteilung des Konzerns.
Papperger bekräftigte, der Konzern werde 2024 seine Ziele erreichen. Diese sehen einen Umsatz von rund zehn Milliarden Euro vor. Bei der operativen Gewinnmarge rechnet das Unternehmen mit rund 15 Prozent. Im vergangenen Jahr lag die Rendite bei 12,8 Prozent.
Konzern erweitert den Vorstand
Für die kommenden Jahre verfolgt Papperger ambitionierte Ziele. Noch in diesem Jahrzehnt soll sich der Umsatz von zehn Milliarden in diesem Jahr auf rund 20 Milliarden Euro verdoppeln.
Um dieses Wachstum operativ zu stemmen, hat der Aufsichtsrat den Vorstand um René Gansauge erweitert. Der Leiter der Waffen- und Munitionssparte übernimmt als Vorstand die Funktion des Chief Operating Officers.
Für einen deutlichen Wachstumsschub soll unter anderem der US-Rüstungsmarkt sorgen. Bislang erwirtschaftet Rheinmetall fast 90 Prozent des Umsatzes in Deutschland und anderen europäischen Staaten.
Das Unternehmen bemüht sich nun um Aufträge der US-Streitkräfte. Rheinmetall nimmt dazu an zwei milliardenschweren Ausschreibungen teil: zum einen für Militärtransporter, zum anderen für die Nachfolge des US-Schützenpanzers Bradley.
Um das Geschäft mit dem US-Militär auszubauen, hat Rheinmetall dort kürzlich auch den Zulieferer Loc Performance übernommen. Für Aufsehen sorgte in diesem Jahr außerdem das mit dem italienischen Rüstungsunternehmen Leonardo geschlossene Joint Venture für den Bau von Kampfpanzern des Typs Panther KF 51, eine Eigenentwicklung von Rheinmetall.
Mit Agenturmaterial
Erstpublikation: 07.11.2024, 07:52 Uhr.