Diversity: So stehen deutsche Konzerne zu Trumps „Anti-Woke“-Kurs
Die „Wiederherstellung der Vernunft“: So nennt US-Präsident Donald Trump die unmittelbar nach seinem Amtsantritt erlassene Anordnung, dass in den USA von nun an nur noch zwei Geschlechter anerkannt werden, männlich und weiblich. In diesem Erlass und in weiteren – etwa zur Streichung der Hilfen für Diversitätsprogramme – manifestiert sich ein Wahlkampfversprechen von Trump: Er will dem ein Ende machen, was er „Woke-Wahnsinn“ nennt.
„Wokeness“ bedeutet Wachsamkeit gegenüber Diskriminierung, etwa aufgrund des Geschlechts oder der Hautfarbe. Inzwischen steht der Begriff oft generell für Werte, die im weitesten Sinne als progressiv gelten – etwa den Kampf gegen den Klimawandel.
Kein Wunder also, dass „Wokeness“ für den neuen Präsidenten ein Feindbild ist – und mittlerweile offenbar auch für diverse amerikanische Unternehmensbosse. So will Meta unter Chef Mark Zuckerberg interne Initiativen für Diversität und Inklusion einstellen. McDonald’s plant, der Belegschaft weniger Trainings zu Vielfalt, Gleichstellung und Inklusion anzubieten und bestimmte Diversitätsziele für Topposten abzuschaffen. Gleichzeitig verzeichnen weltweite Klima-Allianzen der Finanzbranche wie die „Net Zero Banking Alliance“ eine Massenabwanderung amerikanischer Großbanken und Vermögensverwalter.
Für viele deutsche Unternehmen ist das US-Geschäft von enormer Bedeutung. Wird der „Anti-Woke“-Trend auch auf ihre Kultur übergreifen?