Familienunternehmen: Viessmann kauft Minderheitsanteil an Urban Partners
Düsseldorf. Die Viessmann Generations Group setzt ihren Kurs fort, sich breiter aufzustellen und vor allem in Infrastruktur zu investieren. Am Donnerstag gab das Familienunternehmen bekannt, sich an Urban Partners zu beteiligen. Man arbeite bereits seit 2018 mit dem dänischen Kapitalgeber für nachhaltige Stadtentwicklung zusammen und erwerbe nun einen kleineren Minderheitsanteil, heißt es in Unternehmenskreisen.
Urban Partners unterstützt Städte wie Kopenhagen und Oslo bei der Entwicklung zu mehr Nachhaltigkeit. Das Unternehmen verwaltet dafür ein Vermögen von rund 21 Milliarden Euro. Das Geld wird über drei Investmentfonds angelegt: über den Immobilieninvestor Nrep, die Venture-Capital-Gesellschaft 2150 und den Kreditspezialisten Velo Capital.
Das 1917 gegründete Familienunternehmen Viessmann hatte im Jahr 2023 sein Kerngeschäft mit Heizungen und Wärmepumpen an den börsennotierten US-Konzern Carrier verkauft und dafür rund zwölf Milliarden Euro erhalten. Seitdem investiert es entlang der Unternehmensmission, Lebensräume für künftige Generationen zu gestalten. Konkret geht es darum, CO2 zu vermeiden, zu reduzieren und zu speichern sowie Luft-, Wasser- und Lebensmittelqualität zu erhalten.
Kampf gegen den Klimawandel
Insgesamt hat Viessmann seit Vollzug des Verkaufs zehn Investments getätigt, mit Minderheiten, Mehrheiten und Komplettübernahmen. Es soll ein Ökosystem von Unternehmen entstehen, die einen positiven Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel leisten.
Gemeinsam mit dem Finanzinvestor KKR stieg Viessman etwa beim Windparkbetreiber Encavis ein, am Hydraulikspezialisten Landefeld erwarb das Unternehmen eine Minderheitsbeteiligung. Den Rohrspezialisten für Wärmeverteilung Isoplus übernahm Viessmann komplett, ebenso die Agrar- und Forst-Investmentgesellschaft der Familie Dornier. Letztere wurde inzwischen umbenannt in FGTC, kurz für: „for generations to come“. Zudem zählen zum Portfolio das Kühl- und Reinraumlösungsunternehmen KPS aus den USA sowie die Infektionsschutzfirma Schülke.
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Bei Urban Partners erwirbt Viessmann Aktien aus dem Eigenbestand und investiert über die drei Fonds. Vorstandschef Max Viessmann will Expertise bündeln, Synergien erschließen, innovative Lösungen fördern „und die nachhaltige Transformation in urbanen Gebieten noch stärker“ vorantreiben.
Kein Einfluss auf das Tagesgeschäft
Viessmann ist der zweite externe Investor des Unternehmens. 2020 hatte Novo Holdings sich mit 25 Prozent an Urban Partners beteiligt. Dabei handelt es sich um die Stiftung hinter dem dänischen Unternehmen Novo Nordisk, das die Abnehmspritze Ozempic entwickelte.
Urban Partners wurde 2005 gegründet und beschäftigt in 15 Ländern 700 Mitarbeiter. Im Jahr 2023 hatte die Holding einen Verlust vor Steuern in Höhe von knapp 56 Millionen Euro gemeldet. Zurückzuführen sei er auf einmalige Effekte, hieß es.
Jens Stender, Co-CEO bei Urban Partners, sieht in der langfristig angelegten Partnerschaft mit Viessmann einen Beweis für den kommerziellen Nutzen, „städtische Umgebungen grüner und lebenswerter zu machen“. Die Transaktion werde aber weder Einfluss auf die strategische Entscheidungsfindung von Urban Partners haben noch auf das Tagesgeschäft oder das Investmentkomitee.
Erstpublikation: 23.01.2025, 13:32 Uhr.