Bert Flossbach: „Der Bondmarkt könnte dem Aktienmarkt einen Strich durch die Rechnung machen“
Mannheim. Der Vermögensverwalter Bert Flossbach hat vor der hohen Bewertung von US-Technologieunternehmen gewarnt. „Wir sind jetzt auf einem sehr, sehr hohen Bewertungsniveau“, sagt Flossbach am Mittwoch auf einem Branchenkongress in Mannheim. Das gelte noch mehr, wenn man auf den Cashflow statt auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Unternehmen schaue.
Flossbach ist Mitgründer der Vermögensverwaltung Flossbach von Storch. Er betreut mit etwa 350 Mitarbeitern mehr als 70 Milliarden Euro für private und institutionelle Kunden.
Ein entscheidendes Risiko sieht der Fondsmanager am Anleihemarkt. „Wir sind an einem Punkt angekommen, wo der Bondmarkt dem Aktienmarkt vielleicht einen Strich durch die Rechnung machen könnte“, sagt er weiter. Flossbach sieht hier einen möglichen Nadelstich, der „diese Euphorie der letzten Jahre etwas platzen lassen“ könne.
Am Mittwochabend hatte der Chef der US-Notenbank Federal Reserve, Jerome Powell, der Euphorie einen Dämpfer versetzt und die Leitzinsen vorerst nicht weiter gesenkt. Damit dürfte auch die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe auf dem derzeit erhöhten Niveau von rund 4,6 Prozent verharren.