Geldanlage: „Wir müssen uns auf eine Verkaufswelle vorbereiten“
Frankfurt. Die hohen Bewertungen an den US-Aktienmärkten beschäftigen die Investoren und verunsichern viele Anleger. Weniger im Fokus steht, dass auch US-Unternehmensanleihen sehr hoch bewertet sind. Gemessen wird die Bewertung der Firmenbonds anhand der Risikoprämien, also der Renditeaufschläge im Vergleich zu Staatsanleihen.
Diese Risikoprämien, auch Spreads genannt, sind in den USA besonders niedrig. Anleihen von US-Unternehmen mit guter Bonität werfen im Schnitt nur 0,84 Prozentpunkte mehr Rendite ab als US-Staatsanleihen. Investoren geben sich demnach mit so niedrigen Risikoprämien zufrieden wie zuletzt vor der Finanzkrise.
Im Euro-Raum betragen die Aufschläge gegenüber deutschen Bundesanleihen 0,92 Prozentpunkte. Damit sind sie auf dem niedrigsten Stand seit knapp fünf Jahren.
Wolfgang Bauer, Anleihefondsmanager von M&G Investments, sieht das kritisch. „Die Bewertungen sind so niedrig, dass nicht viel schiefgehen muss, um einen stärkeren Abverkauf auszulösen“, sagt der Experte. Er gehört zum Team des institutionellen Portfoliomanagements bei M&G, das insgesamt 65 Milliarden Euro verwaltet.