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Nissan und HondaDie Fusionspläne der Autokonzerne sind offenbar gescheitert

Beim Zusammenschluss von Nissan und Honda sollte der weltweit drittgrößte Autokonzern entstehen. Doch Honda stößt mit seiner aggressiven Strategie offenbar auf starken Widerstand.Martin Kölling, Leonidas Exuzidis 05.02.2025 - 15:44 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Auftritt der beiden Konzernchefs der Autohersteller im Dezember: Honda soll nun in den Verhandlungen aggressiver aufgetreten sein. Das Management habe die volle Kontrolle über Nissan angestrebt, heißt es. Foto: via REUTERS

Tokio. Einer der weltweit größten Autokonzerne hätte entstehen können – nun ist die geplante Fusion der japanischen Autohersteller Honda und Nissan offenbar vom Tisch. Die Verhandlungen haben in den vergangenen Wochen laut übereinstimmenden Medienberichten nicht zu einem Ergebnis geführten.

Nissans Aufsichtsrat hat der „Financial Times“ (FT) zufolge mehrheitlich beschlossen, den Deal abzulehnen. Grund sei der wachsende Widerstand in den eigenen Reihen, da sich Nissan nicht Honda unterordnen wolle. Auch das „Wall Street Journal“ und „Nikkei“ berichteten am Mittwoch, die Fusion stehe vor dem Scheitern.

Ursprünglich war geplant gewesen, beide Unternehmen in einer gemeinsamen Holding zu vereinen. Zudem war eine Integration der Nissan-Beteiligung Mitsubishi Motors im Gespräch. Nun aber berichtete die „FT“ – und berief sich dabei auf mit der Sache vertraute Personen –, dass Honda in den Verhandlungen aggressiver aufgetreten sei und die volle Kontrolle über Nissan angestrebt habe.

Auch über die Bewertung der Vermögenswerte gab es laut den Berichten unterschiedliche Auffassungen, ebenso über die Mehrheitsverhältnisse in der Holding.

Die Nachricht war noch nicht bestätigt, da gaben die Aktionäre bereits ihr Votum ab. Der Aktienkurs des Sanierungsfalls Nissan fiel nach der Nachricht um rund fünf Prozent, bevor der Handel ausgesetzt wurde, um den Wahrheitsgehalt der Meldung zu überprüfen.

Der Kurs von Honda legte dagegen zeitweise um zwölf Prozent zu. Anleger reagierten erleichtert auf die Aussicht, dass Honda nun wohl nicht mehr mit der schwierigen Restrukturierung von Nissan belastet wird.

Nissans Krise erschwert die Gespräche

Damit nimmt die Saga der größten innerjapanischen Fusion erneut eine überraschende Wendung. Im vergangenen Jahr hatten die Nummer zwei und drei der japanischen Autoindustrie die Welt mit Kooperationsgesprächen zur Entwicklung von Elektroautos überrascht. Im Dezember wurden dann Fusionsgespräche angekündigt, die im Juni abgeschlossen sein sollten.

Wie es nun weitergeht, ist noch offen. Eine Möglichkeit ist, dass die Unternehmen ihre ursprünglich geplante Zusammenarbeit im Bereich der Elektromobilität fortsetzen.

Nissan habe sich offenbar für eine „unabhängige Restrukturierung“ entschieden, sagt der renommierte Autoanalyst Takaki Nakanish. Er hält das für keine gute Idee: „Meiner Meinung nach ist die Wahrscheinlichkeit einer unabhängigen Restrukturierung gering.“

Ein Zusammenschluss der beiden hätte den drittgrößten Autokonzern der Welt entstehen lassen. Die Gespräche wurden durch die Krise bei Nissan erschwert: Honda hat die Bedingung gestellt, dass Nissan seine schwache Profitabilität durch ein hartes Sanierungsprogramm wieder verbessert. Doch der Rivale kam nur langsam voran. Durch die Forderung, Nissan in eine Tochtergesellschaft umzuwandeln, wollte Honda die Sanierung offenbar beschleunigen.

Sinkende Absatzzahlen, eine schwache Marke und eine fehlerbehaftete Produktstrategie lasten auf dem Geschäft. Nissan leidet außerdem stärker als Honda oder Toyota unter möglichen Importzöllen der USA gegen Mexiko wegen seiner Produktion in dem mittelamerikanischen Land. Ein Werk dort teilt sich Nissan mit Mercedes-Benz.

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Der französische Autobauer Renault war 1999 bei Nissan eingestiegen und hatte die Japaner vor dem Untergang gerettet. Derzeit hält Renault 36 Prozent der Anteile, will diese aber veräußern. Gegenüber einer Fusion mit Honda zeigten sich die Franzosen grundsätzlich aufgeschlossen.

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