Mercedes-Chef: Ola Källenius erwartet „drei bis sechs“ harte Jahre
Wien. Mercedes-Chef Ola Källenius sieht die Autoindustrie in einer „Jahrhunderttransformation“, die den Unternehmen keinen Aufschub erlaube. „Der Erfolg von gestern ist keine Ewigkeitsgarantie“, sagte Källenius in einem Interview mit dem Handelsblatt.
Selbst die Existenz eines Industriekolosses wie Mercedes mit einem Umsatz von 146 Milliarden Euro, 175.000 Mitarbeitern weltweit und fast 140 Jahren Historie sei langfristig nicht gesichert. „Wir müssen heute die Weichen für die nächsten drei bis sechs Jahre stellen“, sagte der CEO. „Denn die werden uns alles abverlangen.“
Die Branche befinde sich dabei in einer „schizophrenen“ Lage, sagte Källenius. „Wir investieren auf Höchstniveau und müssen gleichzeitig effizienter werden als je zuvor.“ Beides sei nötig, um gegen neue Wettbewerber bestehen zu können.
Im Handelsstreit zwischen den USA und der EU plädiert Källenius dafür, alle Zölle auf Autos abzuschaffen. „Heute fallen für jeden Pkw aus den USA beim Import in Europa Gebühren von zehn Prozent an, umgekehrt sind es 2,5 Prozent“, sagte Källenius, der aktuell auch Präsident des europäischen Autoverbandes ACEA ist. „Lasst uns doch diese Zölle beidseitig auf null absenken.“