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HandelskriegAmazon-Chef kündigt steigende Preise an

Da ein Großteil der bei Amazon verkauften Waren aus China stammt, ist der Konzern im Handelskrieg besonders verwundbar. Chinesische Anbieter sprechen von einem Überlebenskampf.Philipp Alvares de Souza Soares 10.04.2025 - 21:42 Uhr Artikel anhören
Amazon-Chef Andy Jassy: Händler werden Zusatzkosten weitergeben. Foto: Getty Images Entertainment/Getty Images

San Francisco. Amazon-Kunden in den USA müssen mit steigenden Preisen rechnen. Der Grund: Die hohen Zölle, die Präsident Donald Trump erlassen hat, zwingen Händler auf Amazons Verkaufsplattform dazu, einen Teil ihrer Produkte teurer zu verkaufen. Das sagte Andy Jassy, der Chef des Handelskonzerns, am Donnerstag in einem Interview mit dem US-Fernsehsender CNBC.

Vor allem Drittanbieter würden „ihre Zusatzkosten weitergeben“, sagte der Manager. Je nachdem, von welchem Land aus sie operierten, bleibe ihnen kaum eine andere Wahl. Sie hätten schließlich „keine 50-Prozent-Extramarge, mit der sie spielen können“, so Jassy.

Trump hatte am Mittwoch die Sonderzölle für die meisten Länder zwar zunächst für 90 Tage ausgesetzt, die Abgaben auf Einfuhren aus China aber auf 125 Prozent erhöht. Die US-Regierung steigerte die gesamten Zölle am Donnerstag dann sogar auf 145 Prozent. Amazon ist von dieser Eskalation besonders betroffen.

Mehr als 60 Prozent der Produkte, die Kunden bei Amazon bestellen können, stammen von Drittanbietern, im Amazon-Slang „Seller“ genannt. Sie können die digitale Verkaufsplattform des Konzerns nutzen und beteiligen Amazon dafür an ihren Umsätzen. Für manche Händler übernimmt das Unternehmen auch den Versand.

In den USA ist Amazon dabei besonders abhängig von chinesischen Händlern, die dort früheren Schätzungen zufolge rund 50 Prozent der Verkäufer ausmachen. Sie leiden nun nicht nur unter den zuletzt täglich steigenden Zöllen, sondern auch unter dem Wegfall der sogenannten De-minimis-Ausnahme, die einen zollfreien Import von Paketen mit einem Wert von weniger als 800 Dollar ermöglichte.

„Die gesamte Kostenstruktur gerät durcheinander“

Viele Amazon-Händler aus China sind nun gezwungen, ihre Preise zu erhöhen – oder den US-Markt ganz zu verlassen. „Dies ist nicht nur ein Steuerproblem, sondern die gesamte Kostenstruktur gerät durcheinander“, sagte Wang Xin, die Leiterin des Handelsverbands Shenzhen Cross-Border E-Commerce Association, der mehr als 3000 Amazon-Verkäufer vertritt, am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Sie sprach von einem „beispiellosen Schlag“. Es werde „sehr schwer sein, auf dem US-Markt zu überleben“.

Amazon leidet jedoch auch direkt unter den Zöllen. Der US-Investmentbank Morgan Stanley zufolge stammen rund 25 Prozent der Produkte, die der Konzern selbst verkauft, aus China. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete am Mittwoch, dass Amazon mehrere Großbestellungen aus China und Vietnam storniert habe. Darunter sollen Stühle, Elektroroller und Klimaanlagen gewesen sein. Der Konzern selbst äußerte sich nicht dazu.

Konzernchef Jassy sagte am Donnerstag, dass Amazon „alles tut, was wir können, um zu versuchen, die Preise für Kunden so zu halten, wie sie waren – so niedrig wie möglich“. Er sagte, das Unternehmen habe einige „strategische Vorratskäufe“ getätigt und die Bedingungen mit Verkäufern neu verhandelt, damit Kunden niedrigere Preise hätten.

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Bisher, so Jassy, habe das Unternehmen keine bedeutsamen Änderungen im Kundenverhalten festgestellt. Man habe jedoch bemerkt, dass manche Leute im Voraus kauften.

Der Amazon-Chef fügte hinzu: „Kunden sind vorsichtiger geworden, und wann immer sie beim Preis sparen können, tun sie es. Wann immer sie ein Schnäppchen finden können, tun sie es.“

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