Unglück in New York: Siemens-Manager kommt bei Helikopter-Absturz ums Leben
Düsseldorf, München. Der Absturz eines Hubschraubers in New York hat alle sechs Menschen an Bord das Leben gekostet. Die Maschine stürzte nach Behördenangaben am Donnerstag vor Manhattan in den Hudson River.
Bei den Toten handelt es sich um den Siemens-Manager Agustin Escobar, wie der Dax-Konzern am Freitag bestätigte, sowie seine Frau und ihre drei Kinder. „Wir sind zutiefst bestürzt über den tragischen Hubschrauberabsturz“, hieß es in einer Mitteilung. „Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt allen Angehörigen.“ Zudem war der Pilot des Hubschraubers unter den Opfern.
Siemens-Chef Busch zeigt sich schockiert
Bei Siemens war die Nachricht für viele ein Schock. Der Manager hatte seine Laufbahn bei dem Dax-Konzern 1998 begonnen und in Spanien, Südamerika und den USA Führungspositionen übernommen. Ende 2022 leitete er zudem für knapp zwei Jahre als Präsident und CEO vorübergehend die spanische Landesgesellschaft.
Als Chef der Bahninfrastruktursparte war er auch oft in der Zentrale in München. Der Manager galt als sehr beliebt. Seit 2023 war er auch Vizepräsident der Deutschen Handelskammer für Spanien.
Siemens-Chef Roland Busch schrieb auf LinkedIn, die Tragödie sei für alle im Unternehmen schwer zu verstehen und in Worte zu fassen. „Wir werden ihn und seine Familie sehr vermissen.“ Für viele sei Escobar nicht nur ein geschätzter Kollege, sondern auch ein guter Freund gewesen.
Der frühere Konzernchef Joe Kaeser bezeichnete Escobar auf der Plattform X am Freitag als „guten Menschen, liebevollen Ehemann, fürsorglichen Vater und verantwortungsbewussten Manager“.
US-Präsident Donald Trump sprach auf der Plattform Truth Social von einem schrecklichen Absturz. Die Aufnahmen des Unglücks seien entsetzlich. Verkehrsminister Sean Duffy und sein Team seien an den Ermittlungen, es werde bald genauere Informationen über den Unfallhergang geben.
Helikopter brach in der Luft auseinander
Auf Fotos, die auf der Website des Hubschrauberunternehmens veröffentlicht wurden, waren das Paar und seine Kinder lächelnd zu sehen, als sie kurz vor dem Start des Fluges an Bord gingen. Adams sagte, der Flug habe gegen 15 Uhr an einem Hubschrauberlandeplatz in der Innenstadt begonnen und sei Richtung Norden entlang der Skyline von Manhattan und dann zurück in Richtung der Freiheitsstatue gegangen. Er dauerte weniger als 18 Minuten.
Der Hubschrauber brach am Donnerstag mitten in der Luft auseinander und stürzte kopfüber in den Fluss zwischen Manhattan und dem Ufer von New Jersey. Ein Zeuge sagte der AP, er habe gesehen, wie der Hubschrauber in der Luft „auseinanderfiel“. Der Propeller habe sich im Fall noch weitergedreht.
In Videos, die in den sozialen Netzwerken zirkulierten, war zu sehen, dass der Hubschrauber mit der Unterseite nach oben fast völlig unter Wasser lag. Mehrere Rettungsboote waren vor Ort. Die Ursache des Absturzes war zunächst nicht bekannt. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde und die Bundesluftfahrtbehörde wollen den Vorfall untersuchen.
„Kein Pilot hätte den Unfall verhindern können“
Das Video des Absturzes deute darauf hin, dass der Pilot aufgrund eines „katastrophalen mechanischen Versagens“ keine Chance hatte, den Hubschrauber zu retten, sagte Justin Green, ein Anwalt für Luftfahrtrecht, der selbst Hubschrauberpilot bei der Marine war. Es sei möglich, dass die Hauptrotoren des Hubschraubers den Heckausleger trafen, ihn auseinander brachen und die Kabine so in den freien Fall brachten, sagte Green der AP. „Kein Pilot hätte den Unfall verhindern können“, glaubt er.
Der Inhaber des Unternehmens, Michael Roth, sagte der „New York Post“, er sei am Boden zerstört und habe „keine Ahnung“, warum der Absturz passiert sei. Er bestätigte, dass sich die Hauptrotoren den Aufnahmen zufolge nicht mehr am Hubschrauber befunden hätten. Er habe so etwas in seinen 30 Jahren in der Branche noch nicht erlebt.
In der Vergangenheit gab es mehrere Abstürze in New York, darunter ein Zusammenstoß zwischen einem Flugzeug und einem Touristenhubschrauber über dem Hudson River im Jahr 2009, bei dem neun Menschen ums Leben kamen, und 2018 der Absturz eines Charterhubschraubers, der in den East River stürzte, wobei fünf Menschen ums Leben kamen.
Mit Material von AP