CATL: Chinesischer Batteriehersteller treibt Kampf gegen BYD weiter
Shanghai. Der Wettlauf um die schnellste Ladezeit, die größte Reichweite und die beste Haltbarkeit von Batterien für Elektroautos geht weiter: Am Montag präsentierte der chinesische Weltmarktführer für Batterietechnik, CATL, auf einer Firmenveranstaltung in Shanghai neue Produkte.
Darunter ist das Update seiner Schnellladebatterie „Shenxing“, die in fünf Minuten Ladezeit eine Reichweite von 500 Kilometern erreichen soll. Der ebenfalls chinesische Konkurrent BYD hatte vor wenigen Wochen ein Schnellladesystem vorgestellt, mit dem BYD-Autos in fünf Minuten eine Reichweite von 400 Kilometern erreichen sollen.
Am Mittwoch öffnet die Mobilitätsmesse Shanghai Auto Show ihre Pforten. „Wir wollen auch in diesem Jahr die Reichweitengrenzen sprengen“, sagte Gao Huan, Chief Technology Officer von CATL, vor Hunderten von Medienvertretern und Influencern. Seinen Worten zufolge soll die neue Batteriegeneration 2025 mehr als 67 neue Elektroautos auf dem Markt antreiben und sich in 15 Minuten auf bis zu 80 Prozent aufladen lassen.
CATL-Batterien sind in vielen internationalen und chinesischen Autos zu finden, darunter auch in Modellen des US-Autoherstellers Tesla. Nach Angaben von SNE Research hat CATL einen Weltmarktanteil von knapp 38 Prozent, BYD folgt mit knapp 17 Prozent. BYD stellt nicht nur Batterien her, sondern ist in China auch Marktführer bei Elektroautos.
Auch CATL will mehr sein als ein Batteriehersteller. Robin Zeng gründete das Unternehmen 2011 und ist heute einer der reichsten Männer Chinas. Vor der Automesse in Shanghai sagte Zeng, CATL sei ein „Pionier“ der E-Mobilität und der „sauberen Energie“.
CATL plant Mega-Börsengang
Die Öffentlichkeitsarbeit ist derzeit besonders wichtig, denn CATL plant einen Mega-Börsengang in Hongkong. Mit dem Geld der Anleger – die Rede ist von fünf Milliarden US-Dollar – will Zhang die Expansion in Europa finanzieren.
Der europäische Markt wird für CATL immer wichtiger, in den USA macht das Unternehmen kaum noch Geschäfte, seit die USA chinesische Technologiekonzerne einschränken und der Handelsstreit um Zölle eskaliert.
CATL stellte bei seinem Firmenevent Dual-Power-Batterien vor, die nach Unternehmensangaben eine Reichweite von bis zu 1000 Kilometern bieten. Außerdem seien seine Natrium-Ionen-Zellen Naxtra reif für die Massenproduktion. Die Batterien trotzten harten Bedingungen wie extremer Kälte bis minus 40 Grad oder großer Hitze, hieß es.
Die Batterien gelten als preisgünstiger, weil der Grundstoff billiger und leichter zu bekommen ist als Lithium, das in anderen Batterietypen verwendet wird. Sie gelten auch als sicherer.
Nach mehreren Unfällen mit Batteriebränden ist in China eine Debatte über die Sicherheit von Elektroautos entbrannt. Die Regierung hat deshalb neue Sicherheitsstandards erlassen.
Die chinesische Industriemesse gewinnt immer mehr an Bedeutung, seit die Auto- und Batterieproduktion in China immer wichtiger wird. Vor der Coronakrise wurden in Europa knapp 22 Millionen Autos gebaut, heute sind es in der Volksrepublik bereits 28 Millionen.
Erstpublikation: 21.04.2025, 16:27 Uhr.